Knapp vorbei ist auch daneben: Crème Brulée

Crème Brulée – ein absoluter Klassiker! Sehr oft auf Dessertkarten vertreten mit einem meist recht stolzen Preis für so ein bisschen Süß. Die Zutaten mögen das rechtfertigen, die Zubereitung ist jedoch sehr einfach. Die meiste Arbeit haben der Backofen und Kühlschrank zu erledigen.

Eigentlich gehört ja auf das „u“ von Brulée noch ein Dächle, aber diese Funktion hab ich nicht gefunden. Das passt aber ganz gut, weil so schön und verlockend diese Bilder auch aussehen, ein Original ist das nicht. Laut dem hier verwendeten Rezept kommt nämlich Crème Double in in die Masse. Leider hab ich die hier in den Supermärkten nicht gefunden. Nicht lang überlegt und Crème Fraiche mitgenommen. Knapp vorbei allerdings. Es klappt auch, die Masse wird aber nicht so cremig und schmeckt irgendwie eher gesünder frischer 😉 Hat irgendjemand eine Ahnung, womit man Crème Double ersetzen kann?
Beim Lafer wird das Brulée mit Sahne und Milch gemacht, auch ein Versuch wert. Das beste an diesem Dessert ist sowieso das Zündeln mit dem Bunsenbrenner 😉 Die knackige Karamellschicht zu der Crème – herrlich! Da verzichte sogar ich mal auf Schokolade.

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Zutaten (für 4 kleine Förmchen à 180ml):
500g Crème Double
1 Vanilleschote, der Länge nach eingeschnitten
6 große Eigelb
140g Zucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Den Ofen auf 165° vorheizen. Die Vanilleschote auskratzen und mit der Crème Double in einem Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen. Aufkochen und 3 – 4 min unter häufigem Rühren köcheln lassen. Dann von der Herdplatte nehmen und leicht abkühlen lassen.
In einer Schüssel die Eigelbe, 90g Zucker und das Salz ca. 2min verrühren bis die Masse dickflüssig ist. Langsam unter Rühren zur warmen (nicht heißen, wir wollen ja keine Rühreier) Creme geben. Dann durch ein feines Sieb in einen Messbecher gießen und die Creme gleichmäßig auf die Auflaufförmchen verteilen. Diese in eine Backform geben und die Form zur Hälfte mit Wasser füllen bis es zur Hälfte der Außenseite der Förmchen reicht (am Besten die Form zuerst in den Ofen stellen und dann auffüllen nicht dass das Wasser noch in die Förmchen schwappt) Die Backform insgesamt locker mit Alufolie abdecken.
Die Creme ca 20 – 25min backen bis sie außen fest ist, aber in der Mitte noch wackelt, wenn man die Förmchen anstößt. Dann die Förmchen aus dem Wassen nehmen und 1h abkühlen lassen. Abgedeckt mind. 3h oder über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

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Vor dem Servieren jedes Cremeschälchen mit ca. einem Esslöffel des übrigen Zuckers bestreuen und mit dem Bunsenbrenner karamellisieren. Alternativ kann man die Schälchen auch unter der Grillfunktion des Ofens karamellisieren, aber aufpassen, dass nix anbrennt.

Quelle: Zwei in der Küche von Christie Dufault & Jordan Mackay

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Klein, aber fein: Lauch – Käse – Tarteletts mit Zwiebelkonfitüre

Mir kommt es oft so vor, dass je kleiner etwas ist, desto beliebter ist es. Bestes Beispiel sind vermutlich die ganzen Babykatzen-, Babyhunde-, Babypandas-, Baby-was-auch-immer- Videos und Bilder, die es überall im Internet gibt.
Aber auch beim Essen stell ich das fest (daraus soll jetzt bitte nicht geschlossen werden, dass Tierbabys hier auf dem Teller landen!) Man greift viel eher zu, wenn es sich nicht um ein ganzes Stück Torte handelt, sondern um einen süßen kleinen Minimuffin (mit fast genau so vielen Kalorien). Cakepops erobern schon seit einer Weile die Blogs, weil sie so klein und süß sind. Fast nach einem Verbemotto: mit einem Happs sind die im Mund!

Dieses Prinzip gilt aber auch für salzige Speisen. Am Samstag gab es daheim bei mir ein rießiges Brunch; meine Mutter hat sich selber übertroffen! Sie hatte u.a. auch zwei fantastische Quiches gebacken, die allerdings erst relativ spät auf den Tisch kamen – davor war kein Platz auf dem Tisch 😉 und dann aber irgendwie kein Platz mehr in den Bäuchen. Sollte man denken, aber ha! Es wurden minikleine Stücke geschnitten und am Ende war insgesamt nur noch ein Viertel Quiche übrig!

Ich hab das Schneiden umgangen als ich einfach kleine Tarteletts gebacken hab. Die Kombination von Füllung und Konfitüre hat uns sehr gut gefallen, ohne die Konfitüre wäre es auch fast ein bisschen langweilig. So ist das ein feines Abendessen zu einem Glas Wein und lieber Gesellschaft.

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Zutaten (für 4 kleine Tartelettförmchen mit 10 – 12cm Durchmesser)
Für die Tarteletts:
150g Mehl
60g kalte Butter
Salz
1 Eigelb
1 große Stange Lauch (geschält und geschnitten ca. 280g)
80g würziger Bergkäse
2 El Crème fraiche
1 Ei
Pfeffer, Muskatnuss

Für die Konfitüre:
1/4 l trockener Rotwein (ersatzweise Gemüsebrühe, aber bitte nicht! Der Alkohol verdampft doch, oder?!)
100g Zucker
150g rote Zwiebeln
150g blaue Trauben (weggelassen, mehr Zwiebeln genommen)
1 getrocknete Chilischote (weggelassen, weil Mama sich sonst beschwert 😉 )
1 Tl Zitronensaft
1/2 Tl Honig
Salz

Zubereitung:
Für den Teig das Mehl mit der kleingeschnittenen Butter, 1 kräftigen Prise salz und dem Eigelb vermischen und zu einem glatten Teig verkneten. 1 h kühl stellen.

Für die Konfitüre den Rotwein mit dem Zucker aufkochen und ca. 10min offen kochen bis die Flüssigkeit dickflüssig wird. Inzwischen die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. Die Trauben (wenn diese verwendet werden) waschen, halbieren und die Kerne herauslösen. Die Chilischote zerkrümeln. Zwiebeln, Trauben, Chili und Thymian zum Rotwein geben und alles weitere 12 – 15min einkochen bis die Mischung kompakt aussieht. Den Zitronensaft und den Honig untermischen und die Zwiebelkonfitüre mit Salz abschmecken.

Den Backofen auf 200° vorheizen. Vom Lauch die Wurzel und die welken Teile abschneiden, dann der Länge nach aufschneiden und gründlich kalt waschen. Dann in feine Streifen schneiden. Wasser zum Kochen bringen und salzen, den Lauch darin 1 min sprudelnd kochen lassen, dann kalt abschrecken und abtropfen lassen.
Den Käse fein reiben und mit Crème fraiche, Ei, Lauch und Gewürzen mischen. Den gekühlten Teig vierteln und in die Förmchen drücken (relativ dünn ausrollen, ich fand es fast zu wenig Teig) Die Füllung auf dem Teig verteilen und im Ofen 25 – 30min backen bis der Belag schön gebräunt ist. Alles mit Zwiebelkonfitüre servieren.

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! von Cornelia Schinharl

Ein Frühstückchen: Happy – Day – Drink

Gibt es denn irgendeinen Blog, irgendeine Zeitschrift oder Kochbuch, das noch nicht den Smoothie – Trend beleuchtet hat? Es kommt mir so vor, als würde man überall von (Green) Smoothies lesen oder sie plötzlich sogar auch fernab von Metropolen bekommen. Ganz ehrlich: es gibt da schon seeeehr leckere Mischungen! Die sehen toll aus, schmecken super und gesund sind die obendrein auch noch.

Ich muss allerdings zugeben: wenn ich so einen Smoothie „frühstücke“, der nicht noch mit Haferflocken und Joghurt angereichert ist, dann hab ich nach 2h wieder Hunger und greif zur nächsten Butterbrezel, Schokoriegel, … Vorbei also der gesunde (Detox) Effekt! Es sättigt mich deutlich mehr den Apfel und die Orange und die Karotte oder was auch immer püriert wird, zu kauen.

Trotzdem finde ich Smoothies eine tolle Sache – für mich aber gerne am Nachmittag um bis zum Abendessen durchzuhalten. Diesen Drink hier gab es morgens an Heiligabend. Da wird bei uns ausgiebigst gefrühstückt. Mittagessen braucht dann ganz sicher niemand mehr und abends hat man großen Hunger auf das Festmenü.
Jedoch ist das Zeitgefühl innerhalb unserer Familie ganz unterschiedlich: mein Vater und ich sind tendenziell die Frühaufsteher, die spätestens ab 9 mit knurrenden Mägen an den Türen der verbleibenden Familienmitgliedern lauschen, ob sich da schon was tut. Die anderen schlafen gern auch mal bis um 11 (die Mama natürlich nicht!) und stellen die anderen damit auf eine harte Geduldsprobe.

So auch am 24.12. Aber kein Problem – die Wartezeit versüßten wir uns mit dem Happy – Day – Drink. Die meisten Zutaten hat man in den Wintermonaten sowieso daheim und nach einem kurzen Aufröhren des Pürierstabs lässt es sich gleich viel besser aushalten 🙂

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Zutaten für ein großes Glas (ca. 250ml)
50 g (TK-) Himbeeren
1/4 l frisch gepresster Orangensaft
2 – 3 EL Quark/ Joghurt
Zucker nach Geschmack (war bei uns nicht nötig)
2 Eiswürfel (weggelassen, weil meine Himbeeren gefroren waren)

Zubereitung:
Alles in einen hohen Rührbecher oder Standmixer / Blender schmeißen und pürieren. Sofort servieren und den Langschläfern nix übrig lassen 😉

Quelle: „Sweets“ von Nicole Stich

Kein Babybrei: Möhrenpaste mit Harissa und Pistazien

Ihr kennt doch sicherlich die typischen Babybreisorten: Karotte – Kartoffel. Brokkoli – Kartoffel, usw. Alle sehen ziemlich gleich aus und schmecken meistens nach kaum etwas. Als ich diese Möhrenpaste nach Ottolenghi machte, war deshalb auch gleich ein Kommentar: „Mmmmh und das soll was für uns sein. Sieht aus wie Babybrei!“ Wer allerdings einmal davon gekostet hat, will das nicht an einen Säugling verfüttern: durch Harissa bekommt das Ganze eine schöne Schärfe. Wem das zu viel ist, der nimmt sich einfach mehr vom Joghurt zur Kühlung dazu 😉

Ich fand die Möhrenpaste einen super Aufstrich auf frischem oder getoasteten Brot. Außerdem ist die Zutatenliste überschaubar (das ist ja nicht immer so bei Ottolenghi – Rezepten ;-)) und vieles davon hat man sowieso schon im Haus.

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Zutaten (für 4 als Vorspeise oder für eine große Gruppe als Aufstrich)
1 EL Olivenöl (plus etwas mehr zum Beträufeln)
15g Butter
1kg Möhren
200ml Gemüsebrühe
Abgeriebene Schale von einer Bio – Orange
Abgeriebene Schale von einer Bio – Zitrone
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
2 TL Harissa (Chilipaste)
200g griechischer Joghurt
1 El Zitronensaft
25g Pistazienkerne, grob gehackt
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Möhren schälen und in ca. 2cm dicke Scheiben schneiden. Das Olivenöl und die Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Die Möhren hineingeben und unter häufigem Rühren 6min anschwitzen bis sie etwas weicher geworden sind und Farbe angenommen haben. Die Brühe zugießen und die Möhren bei reduzierter Hitze zugedeckt 25min köcheln lassen bis sie sehr weich sind und kaum noch Flüssigkeit in der Pfanne ist.
Die Möhren mit 3/4 Tl Salz grob pürieren. Abkühlen lassen, anschließend Orangenschale, Knoblauch, Harissa, Pfeffer und die Hälfte der Zitronenschale unterrühren.
Den Joghurt mit dem Zitronensaft, der restlichen Zitronenschale und einer kräftigen Prise Salz verrühren.
Den Joghurt auf einer Platte verteilen und mit der Möhrenpaste bedecken. Die Pistazien darüberstreuen, mit etwas Olivenöl beträufeln und servieren.

Quelle: Vegetarische Köstlichkeiten von Yotam Ottolenghi