Alles muss raus! Tomaten-Thunfisch-Crostini

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Ich liebe den Herbst! Dieses großartige, unbändige Aufbäumen der Natur bevor alles in einem Graubraun verschwindet oder im besten Fall von einer weißen Schneeschicht bedeckt wird. Die Sonne taucht alles in ein goldenes, weiches Licht. Jeder Moment ist doppelt kostbar, weil man in der Ferne schon die trüben Regenwolken des Novembers sieht. Ich kann an solchen Tagen bei so viel Farbe, Wärme und Licht einfach nur staunen über die Schöpfung.

Auch die Marktstände sind noch übervoll mit den tollsten Früchten: Zwetschgen und Äpfel kugeln herum, die Quitten dürfen noch ein wenig in den Bäumen hängen bleiben. Ebenso machen diverse Kürbissorten den Gemüseteil der Stände bunt. Und immer noch gibt es ein paar Tomaten. Sogar bei meinen Eltern im Garten hängen noch ein paar an den Zweigen. Die große Flut ist natürlich vorbei, aber noch kann man die genießen.

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Die Natur macht ihren Sommerschlussverkauf später als der Einzelhandel. Während dort schon im Juli die Rabatte zum Ende irgendeines Sommers locken, wartet die Natur ein wenig länger. Zu meinem Glück! Denn diese Tomaten-Thunfisch-Crostini gab es schon Anfang August, warten also fast zwei Monate auf ihren Einsatz. Mit gutem Gewissen kann ich die jetzt noch servieren, weil es noch Tomaten gibt.
Aber ich kann auch nur schreien: „Alles muss raus!! Das letzte richtige SDAS war mein Sommer!ommergericht des Jahres 2016!“ Die Crostini erinnern mich an einen wunderschönen Abend mit Sternschnuppen gucken, ner Grillwurst und ner anderen Crostinivariation. Wenn ich dazukomme, dann schreibe ich diese Woche noch etwas mehr zum Blogevent „Das war mein Sommer“ von Sina.

…ein eigener Artikel wird nicht mehr drauß. Warum? Mein ganzer Sommer ist seit Mai von der Lernerei aufs Examen geprägt: während im August schon ganz Deutschland im Urlaub war, saß ich noch in einem großen Hörsaal und quälte mich durch die schriftliche Prüfung. In gar nicht mehr so langer Zeit ist dann auch das mündliche.
Aber es gab auch sehr schöne Momente: nach dem schriftlichen ging es heim und ich konnte ein paar Tage lernfrei in der Familie genießen. Es gab viel vom Grill und wir haben nach Sternschnuppen Ausschau gehalten nachdem wir die hier im Beitrag vorgestellten Crostini gegessen haben. Dabei ist dieses geniale Bild von meinen Geschwistern und mir entstanden. Mein Vater kann halt nicht nur Essen fotografieren😉

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Mit dem Liebsten ging es kurz drauf noch für eine Woche nach Südtirol. Neben rießigen Wohnwägen sah unser Campingzelt sehr mickrig aus, aber wir brauchten nicht mehr. Tolles Wetter und sooo schöne Wanderungen. Ich war zum ersten Mal auf über 3000m (unter anderem auf der Vertainspitze) und hab es sehr genossen, mich bewegen zu können, Luft zu holen und den Kopf frei zu kriegen. Gekocht wurde natürlich auch! Und zwar auf dem ca. 30 Jahre alten Trangiakocher meiner Eltern. Macht sich immer noch super und so gab es unter anderem mal ein Kürbisrisotto zum Kalbsfilet. Das Fleisch haben wir in der Dorfmetzgerei gekauft, stammte aus der Region und die betagte Metzgerin war wirklich herzlich. Selten so gutes Fleisch gegessen!

Das ist also mein kleiner, kurzer Beitrag zu Sinas Blogevent. Vielen Dank, liebe Sina, dass ich den kleinen Rückblick einfach hier einfügen durfte🙂

Ich hoffe, ihr könnt euch auch über dieses jetzt einsetzende Naturspektakel freuen, wenn sich die Jahreszeiten so allmählich wenden. Mit dem Geschmack der letzten Tomaten lässt es sich den Herbst willkommen heißen, findet ihr nicht? Wenn es wettertechnisch so schön weitergeht, umso mehr🙂

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Zutaten (für 12 Stück):
1 Dose Thunfisch (in Lake), abgetropft
150g griechischer Joghurt
80g Schafskäse (Feta)
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
12 Baguettescheiben, geröstet
250g Tomaten, halbiert/ geviertelt
3 EL Kapern (weg gelassen)
2 EL Olivenöl

Zubereitung:
Thunfisch, Joghurt und Schafskäse in einem hohen Gefäß pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.
Die Baguettescheiben mit der Thunfischcreme bestreichen. Mit Tomatenscheiben (und Kapern) belegen. Mit Öl beträufeln und evt noch mit etwas Salz und Pfeffer würzen.

Quelle: deli 4/2016

 

Keep rollin‘, rollin‘, rollin‘ ihr orangenen Kugeln!!

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Heute am 22. September ist astronomischer Herbstanfang! Genau der richtige Tag um euch an all die tollen leckeren Kürbisrezepte zu erinnern, die es während der letzten Saison gab. Da haben wir es ganz schön krachen lassen und ey, ich kann es kaum warten, dass die Kürbissucht bei mir wieder völlig ausbricht!

Ihr denkt vielleicht heute Morgen noch nicht an Kürbis und verdreht die Augen, aber haha, selbst vor dem Frühstück hat meine Abhängigkeit keinen Halt gemacht! Es gibt ein leckeres (und gesundes!)Kürbis-Knuspermüsli mit Nüssen und Gewürzen. Noch einen Apfel und die letzten Zwetschgen dazu und der Tag kann kommen.

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Falls es morgens bei euch stressig ist, dann nehmt doch einfach einen Kürbis-Frühstückskeks mit auf den Weg zur Arbeit. Die krümeln nicht, sind durch das Kürbispüree schön feucht und machen dank Haferflocken satt.

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Das allererste „professionell“ fotografierte Rezept auf unserem Blog ist eine Galette mit Butternuskürbis und karamellisierten Zwiebeln. Und Käse. Eines meiner allerliebsten Kürbisgerichte und spätestens nächste Woche werde ich die wieder machen, weil man einen leckeren Teig hat und dann den Kürbis mit den süßen Zwiebeln und Käse, hach!

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Wenn ihr doch lieber einen Instagramwürdigen Teller mit Kürbis zum Mittagessen haben wollt, dann empfehle ich euch gebackenen Hokkaido auf schwarzem Reis mit einer Mandarinen-Tahin-Sauce. Klingt verrückt? Ist es auch ein bisschen, aber wirklich ein Teller of Modern Art wie ich finde. Für extra viele Likes ist das Essen auch noch #vegan, #glutenfrei und am allerwichtigsten #foodporn… schmeckt auch ohne Bekanntmachung in den sozialen Medien😉

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Dem Nachmittagstief begegnen wir mit einem Kürbis-Smoothie. Wieder wird für die leuchtend gelbe Farbe Kürbispüree verwendet, kommt jemand auf die Idee, wenn ihr den serviert, dass da Kürbis drin ist?

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Abends schieben wir noch eine Tarte Tatin mit Kartoffeln und Kürbis (was sonst) in den Ofen. Beim schwungvollen Wenden aber bitte aufpassen, ich bin letztes Jahr für ein paar Wochen mit Brandblasen im Dekolleté rumgelaufen, weil mir das flüssige Karamell dorthin gespritzt ist. Trotz dieser Gefahr würde ich die Tarte Tatin jederzeit wieder machen, einfach lecker.

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Und schließlich als Betthupferl noch einen Kürbistrüffel? Für mich sehr gerne! Unter der knackigen Schokohülle versteckt sich eine Kürbis-Frischkäse-Keks-Masse. Kaniderter Ingwer in der Masse gibt genau den richtigen Kick.

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So! Erklärt ihr mich jetzt für verrückt oder seid ihr ebenso scharf auf all die tollen Möglichkeiten, die Kürbisse bieten? Welches Kürbisrezept darf bei euch in der Herbstküche nicht fehlen? Nur her damit, wie gesagt: ich krieg einfach nicht genug!!!

 

Lobeshymnen: Glasierte Mini-Hackbraten auf Kartoffelbrei

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Hier kommt das versprochene neue Rezept aus „Eine kleine Küche in New York„. Wobei, ich glaub, bei all den Bildern und Links zu vergangenen Blogbeiträgen mit Rezepten daraus ist euch schon klar geworden, dass ich gerne aus diesem Buch esse. Nach all dem Süßen und Vegetarischem, was es schon auf dem Blog gibt, kommt heute mal wieder eine ordentliche Fleischladung.

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Ich wusste schon eine Weile, dass ich das Rezept euch gerne zeigen würde, weil der Geschmack von diesen kleinen Hackbraten mit der Tomatenglasur einfach herrlich ist. Das Gemüse im Fleisch macht es irgendwie richtig schön saftig und all die Gewürze drin runden das so wunderbar ab. Ich war mir ziemlich sicher, dass das Gericht meinem Bruder richtig gut schmecken würde. In einem Haushalt, wo sehr viele vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan stehen und die große Schwester regelmäßig mit irgendwelchen gesunden Müsliriegeln oder veganen Leckereien ankommt, wird jede fleischliche Zugabe geradezu ekstatisch bejubelt😀 So geschehen als ich die Hackbraten zum Mittagessen gemacht habe.

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Alle haben es gelobt (was erwartet ihr auch? Hehe), mir hat es auch sehr gut geschmeckt, aber dem „Kleinen“ hat es besonders geschmeckt. Freut mich, braucht er vielleicht mal einen Eiweißshake nach dem Pumpen weniger😉 Ich will übrigens betonen, dass ich mich vor, während oder nach dem Essen selber NICHT gelobt habe. Bekanntlicherweise stinkt Eigenlob ja. Bei uns auf dem Land allerdings nicht! Denn da entscheidet sich der Bauer zur besten Essenszeit mit seinem Gülleanhänger auf die Wiese zu fahren und unser gesamtes Wohngebiet unter einer Güllewolke zu begraben. Zugegeben, diese olfaktorische Beeinträchtigung hat das Zusammensitzen am Tisch auf der Terrasse deutlich verkürzt. Gleichzeitig musste ich grinsen, weil ich diesen Geruch tatsächlich immer mit daheim verbinde und genau wusste, wo ich bin. Man ist es einfach gewohnt, wenn man etwas dörflicher wohnt😉

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Hier also noch ein Rezept von Deb Perelman, mit dem ihr Jungs sehr glücklich machen könnt. N grüner Salat dazu ist auch noch sehr lecker. Falls ihr das Buch daheim habt, wundert euch nicht, wenn die Zubereitungsschritte etwas anders klingen. Ich schreibe das Rezept aus meinem amerikanischen Buch ab, weil das deutsche bei meiner Mutter geblieben ist. Die Mengenangaben sind aber diesselben, ich hatte für uns damals lediglich die Fleischmenge etwas reduziert, weswegen bei mir 11 Bällchen in der Form liegen.

Zutaten (für 6 Personen):
Für die Glasur:
4 TL Sonnenblumenöl
65g Tomatenmark
30ml Apfelessig
2 TL Honig
2 TL Worcestershiresauce
1 EL Dijonsenf
1/4 TL Salz

Für die Mini-Hackbraten:
2 Scheiben Toastbrot (möglichst etwas trockener)
1 mittelgroße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 mittelgroße Stange Sellerie
1 mittelgroße Karotte
1 TL Salz
900g gemischtes Hackfleisch
1 TL Tomatenmark
1 TL geräuchertes Paprikapulver
1 TL Dijonsenf
2 EL Worcestershiresauce
120ml Milch
1 EL gehakte Petersilienblätter
2 große Eier
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Zubereitung:
Alle Zutaten für die Glasur in einem kleinen Topf verrühren und bei kleiner Hitze für 2min köcheln lassen. Dabei stetig umrühren. Dann zur Seite stellen.
Den Ofen auf 180° Umluft vorheizen. Das Brot ist Stücke reißen und in einem Mixer zu kleinen Bröseln zerkleinern. Diese dann in eine große Schüssel geben. Dann die geschälte Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Sellerstange in den Mixer geben und alles klein häckseln lassen. Wer keinen Mixer oder Foodprocessor hat (wie ich, schnüff), der raspelt das Gemüse einfach auf einer Gemüsereibe grob, bzw würfelt die Zwiebel fein. Eine Pfanne mit einem EL Öl heiß werden lassen. Das kleingeschnittene Gemüse in die Pfanne geben, mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 10-15min bei mittlerer Hitze braten bis das Gemüse schön angeröstet ist.
Das Gemüse in die Schüssel mit den Bröseln geben, dann die Gewürze, das Fleisch, Milch und die Eier zugeben. Alles gut vermixen (ich mache das ja gerne mit den Händen). Abschmecken, ob noch Salz oder sonst etwas nötig ist. Dann mit angefeuchteten Händen 12 Bällchen rollen. Die Mini-Hackbraten in eine große Form geben. Jedes Bällchen mit der Glasur bestreichen. Dann in den Ofen schieben und für ca. 25min backen.

Hackbällchen auf Kartoffelbrei servieren. Den macht ihr easy-peasy selber, wehe ihr denkt auch nur dran, n Päckchen zu nehmen. Für 6 Personen ca. 900g Kartoffeln schälen, abwaschen, in grobe Würfel schneiden, in Salzwasser weich kochen. Wasser abgießen, mit einem Kartoffelstampfer kleinquetschen, heiße Milch, n gutes Stück Butter, Salz und Pfeffer zugeben. Wer mag auch Muskatnuss. Die Menge der Milch hängt davon ab, wie ihr die Konstistenz mögt, bzw wie lange ihr den Brei stehen lässt. Je länger der steht, desto trockener wird alles😉

Quelle: Eine kleine Küche in New York (Deb Perelman)

An anderen Tischen: Zwetschgen-Pie

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Einen total verregneten Sonntag haben wir hier im Süden! Da bleibt man doch gerne drinnen, setzt sich gemütlich an den Kaffeetisch und genießt n Stück Kuchen. Aber halt! Diesen leckeren Zwetschgen-Pie gibt es heute nicht bei uns, sondern am anderen Ende von Deutschland bei Marileen auf ihrem Blog Holz & Hefe.

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Während sie im Urlaub ist, kümmern wir uns darum, dass in ihrer Küche kein Staub liegen bleibt, die Pflanzen gegossen werden und jaaa, wir saugen auch durch, wenn wir beim Kuchen essen n bisschen gekrümelt haben😉 Klickt also schnell rüber zu ihr und dem leckeren Zwetschgen-Pie!!!!

Im Bücherregal: Eine kleine Küche in New York

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Bei meinen Freunden bin ich ja inzwischen echt schon dafür bekannt, eine sehr große Kochbuchliebhaberin zu sein. Immer wieder kommen neue Bücher dazu und oft werde ich gefragt, welches denn nun mein Lieblingskochbuch sei. Ein einziges Buch kann ich dabei nicht herausstellen; dafür hat jedes seine eigenen Stärken und Schwächen. Eine Top 3 krieg ich schon eher aufgestellt und das Smitten Kitchen Cookbook ist da auf jeden Fall mit dabei! Wenn ich das Buch allerdings empfahl, bekam ich oft zu hören, dass ein englisches Kochbuch nicht sooo gut wäre. Deswegen kann ich glücklich vermelden, dass seit Anfang September endlich, endlich, ENDLICH nun die deutsche Version erhältlich ist. Gleichzeitig war ich überaus gespannt: könnte mich „Eine kleine Küche in New York“ vom Berlin Verlag auch so überzeugen, wie das amerikanische Original, das immerhin schon seit drei Jahren ein Dauergast in meiner Küche ist?

Die Autorin
In der Bloggerwelt kennt wahrscheinlich jeder, der sich schon einmal mit Kochblogs beschäftigt hat, den Namen Deb Perelman. Ihr Blog Smitten Kitchen gehört wahrscheinlich zu den erfolgreichsten der Welt und so war es nur logisch, dass sie bereits im Oktober 2012 ihr erstes Kochbuch veröffentlichte. Sie lebt nach wie vor mit ihrem Mann und ihren süßen zwei Kindern in New York City und ist weiterhin sehr aktiv mit dem Bloggen beschäftigt. Wer regelmäßig bei ihr liest, weiß auch, dass sie momentan an ihrem zweiten Kochbuch arbeitet.

Der erste Eindruck
Enttäuschung machte sich bei mir breit! Das deutsche Layout ist leider, leider ganz anders als das amerikanische. Ich habe euch mal zwei Seiten zum Vergleichen mitgebracht. Die Bilder von Smitten Kitchen im Blog und im Buch zeichnen sich dadurch aus, dass sie natürlich sind. Da liegen keine rostigen Löffel neben dem Kuchen und es wird kein großes Set aufgebaut, um einen Salat zu präsentieren. Nein, bei Deb Perelman sieht man auf fast allen Bildern ihre schwarz-weiß gesprenkelte Küchenplatte, auf der das entsprechende Essen steht. Und es sieht soooo gut aus! Bei ihren Bildern bekommt man den Eindruck, dass man genau das selber kochen oder backen kann wie sie das präsentiert. Ich bin begeistert von dieser Art der Foodfotographie, die momentan scheinbar eher in den Hintergrund tritt. Deswegen war ich auch enttäuscht zu sehen, dass beim deutschen Layout gerade die Küchenplatte oft rausgeschnitten wurde und die Gerichte irgendwie verloren auf den weißen Seiten präsentiert werden. Ich habe euch hier mal zwei Beispielseiten abfotografieren lassen: oben die amerikanische, unten die deutsche Ausgabe. Nun gut, nach einem mehr oder weniger großen Seuftzer beginne ich zu lesen.

Inhalt
Puuuuh, Erleichterung! Auch in der deutschen Übersetzung höre ich noch Deb Perelman, die (wie im Blog) viel redet bevor es an die Rezepte geht! Da wurde nichts gekürzt oder zusammengefasst. Sehr gut! Der Inhalt besteht aus:

  • Einführung, in der sie erläutert, wie sie zum Kochen und Bloggen gekommen ist.
  • Anmerkungen und Tipps: welchser Zucker wird verwendet oder auch wie wäscht sie Salat
  • Frühstück
  • Salate
  • Sandwichs, Tartes und Pizzen
  • Die Hauptspeise: vegetarisch
  • Die Hauptspeise: Fisch, Geflügel und Fleisch
  • Süßes, das unterteilt ist in: Kleingebäck – Pies und Obstkuchen – Kuchen – Desserts und Süßigkeiten
  • Partysnacks und Getränke
  • Was in Ihrer Küche nicht fehlen sollte: Vorschläge für eine Grundsausstattung (von Messer über Waage bis zu Rührgerät, keine Markenempfehlungen, nur ihre Tipps)
  • Register

Ihr seht, dass es eigentlich an nichts fehlt in dem Kochbuch! Jedes Rezept wird eingeleitet von einigen persönlichen Worten und auch in den Zubereitungsschritten selbst spart Deb Perelman nicht an dem einen oder anderen Kommentar. Ich fühle mich beim Lesen immer so, als ob ich bei ihr in der Küche sitze und wir uns übers Kochen und Essen unterhalten. Die Zutatenmengen sind (wie im amerikanischen Original) sowohl mit Tassen als auch in Gramm angegeben. Dadurch, dass die Zutaten am jeweiligen Seitenrand sehen, ist es auch recht übersichtlich. Schade finde ich jedoch, dass der Einleitungstext vom Rezepttext nicht durch eine andere Schriftart unterschieden wird. Weil jedoch die einzelnen Schritte farblich abgehoben sind, kann man gut verfolgen, an welcher Stelle man einsteigen muss. Das Register schließlich am Ende des Buches ist sehr kleinschrittig unterteilt, sprich man findet sowohl die Rezeptnamen als auch die einzelnen Zutaten aufgelistet. Sehr hilfreich und praktisch.

Die Rezepte
Es gibt bei mir kaum ein Buch, aus dem ich mehr gekocht habe. Vermutlich wäre es einfacher aufzulisten, was ich noch nicht nachgemacht habe😀 Allein schon die große Anzahl an Rezepten, die es aus ihrem Kochbuch hier auf dem Blog gibt, zeigt, wie sehr ich es schätze! Wenn ihr die Bilder vergrößert, führt euch der Link zu den jeweiligen Rezepten. Bei mir kommen die Leckereien aus dem Buch regelmäßig auf den Teller. Gerade jetzt kann ich es kaum erwarten, endlich wieder die Butternut-Galette zu backen. Die Frühstücksschnecken mit herzhaftem Cheddar sind bei Partys auch zu späterer Stunde noch der absolute Renner und ich wundere mich, dass ich die immer noch nicht verbloggt habe. Es sind also bei mir wirkliche Standardrezepte geworden, die nicht nur einmal, sondern immer wieder gekocht werden.
Die verwendeten Zutaten sind im Normalfall in jedem Supermarkt erhältlich. Bemerkenswert finde ich auch, dass die Zuckermengen für ein amerikanisches Kochbuch recht niedrig sind. Wenn ich sonst etwas von US-Blogs koche, halbiere ich oft die Zuckermenge. Das ist hier nicht nötig.

Kaufempfehlung
Ja! Kaufen-kaufen-kaufen! Trotz meiner fehlenden Begeisterung für das Layout ist das Kochbuch einfach klasse! Die Rezepte funktionieren und sind alltagstauglich. Eine große Vielfalt mit tollen vegetarischen Rezepten und Kuchenideen, die einfach nur lecker sind! Wenn es euch nur ansatzweise so geht wie mir, dann wird das Kochbuch einen Stammplatz in der Küche haben, weil für jede Jahres- und Tageszeit, für jeden Geschmack und jede Art von Kocherfahrung Rezepte drin sind. Und das beste: ihr bekommt wirklich das, was auf den Bildern zu sehen ist! Ihr braucht keine lichtdurchflutete Loftküche und Highend-Küchengeräte, nehmt, was ihr habt, gute Zutaten und los geht’s! Für Veganer ist das Buch eher nicht geeignet, für Vegetarier hingegen sehr. Zwar gibt es ein Kapitel mit Fisch, Fleisch & Co, aber das sind nur eine handvoll Rezepte, die ihr dann einfach überblättern könnt. Spätestens bei den ausführlichen Kapiteln mit Süßem sind dann wieder alle dabei🙂

Anfang nächster Woche gibt es dann noch ein Rezept aus dem Buch, für das ich so viel Lob von meinem Bruder bekommen habe wie sonst selten.

Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York
336 Seiten, laminierter Pappband.
ISBN: 978-3-8270-1311-8

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Sweets for my sweets: Pfirsich-Pancakes

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Oder sollte ich sagen: ACHTUNG! Ungestylte Fotos! Ja, ihr seht heute mal Bilder zur Kategorie: „Mehr Realität in Foodblogs“. Wir bemühen uns ja immer um schöne Bilder, die Appetit machen und da brauchen wir manchmal n bissele länger um gutes Licht zu haben oder die passende Serviette zum Dekorieren zu finden. Allerdings haben wir noch keine „Props“-Schublade, in der alle besonderen Teller, Besteckteile, Küchentücher oder ähnliches aufbewahrt werden. Ne, ne, die Sachen auf denen ihr das Essen präsentiert seht, sind normalerweise auch im Alltag im Gebrauch.

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Während der letzten Wochen hatte ich immer wieder die Gelegenheit daheim zu sein und sogar die ein oder andere Nacht zu bleiben. Kein Zeitdruck um Fotos zu machen, sondern einfach zusammen sein ohne auf die Uhr zu gucken. Auch morgens ging es oft etwas entspannter los. Bei meinem Vater war geschäflich weniger, die Mama hatte erst die Spätschicht und meine Geschwister haben momentan sowieso ein sehr chilliges Leben😉 Als die um 10 dann irgendwann aus den Betten krochen, schlug ich vor, Pancakes zu backen. Ha, so macht man müde Menschen munter! Ich hab schon mal drüber geschrieben: bei meiner Mutter finden sich einfach genügend Zutaten um spontan was zum Essen zu stellen.

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Für die Geschwister war das also das Frühstück, für die anderen Familienmitglieder ein Vormittagssnack, der dann besonders gut geschmeckt hat, als ich kapiert habe, wie ich die Pancakes nicht auf einer Seite verbrennen lasse… Lalala, der gute alte Herd daheim braucht vielleicht einen Moment länger zum warm werden als n Induktionsherd, aber wenn er auf Touren ist, dann Gnade den Pancakes🙂 Seid also besser mal ein bisschen vorsichtig mit den Temperaturen.
Ich hoffe, ihr nutzt noch die letzten guten reifen Pfirsiche oder Nektarinen und macht auch was Süßes für eure Lieben, auch wenn die Fotos sehr realitätsnah sind. Es gilt einfach heute ganz besonders (bei den anderen Bildern auch): Ihr kriegt, was ihr seht!

Zutaten:
1 großes Ei
230g Saure Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
20g Zucker
1 Prise Salz
1/4 TL Zimt
95g Mehl
1 TL Backpulver
Butter für die Pfanne
2 Pfirsiche oder Nektarinen

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Zubereitung:
Ei, Saure Sahne und Zucker in einer Schüssel verrühren. Die trockenen Zutaten (Salz, Zimt, Mehl und Backpulver) in einer seperaten Schüssel verrühren und dann erst zur Eimischung geben. Nur solange rühren bis alles einigermaßen vermischt ist.
Die Pfirsiche halbieren, entkernen und dann in dünne Scheiben schneiden.
Eine Pfanne auf mittlerer Hitze erwärmen. Etwas Butter darin schmelzen lassen und knapp 2 EL Teig pro Pancake in die Pfanne geben. Darauf achten, dass zwischen den Pancakes genügend Platz ist. Jeweils 2 Scheiben Pfirsich auf den Teig geben und leicht andrücken. Wenn die Teigoberfläche nach ca. 3min oben beginnt Bläsle zu bekommen und an den Rändern trocken wirkt, den Pancake wenden und für weitere 3min backen.
Zum Warmhalten evtl in den vorgeheizten Ofen stellen. Servieren mit Ahornsirup, Honig oder einfach nur so🙂

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook / bzw Eine kleine Küche in New York (Deb Perelman)

Zum Grinsen: Linsensalat mit Lachs und Estragon

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Ich glaub, Linsen haben oft nicht den besten Ruf. Jeder kennt schließlich den Spruch: „Erbsen, Bohnen, Linsen bringen den Arsch zum Grinsen“, oder? Das schwäbische Nationalgericht Linsen mit Spätzle entspricht auch nicht gerade den derzeitigen ästhetischen und ernährungsmäßigen Trends: weder lässt es sich sonderlich schön anrichten nachdem die Linsen ne Stunde gekocht haben noch ist es vegan, roh oder besteht aus Superfoods.

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Dabei sind die Nährwerte der Linsen einfach top: durch reichlich Ballaststoffe sättigen sie langanhaltend, sie haben einen hohen Gehalt an Eiweiß und Magnesium. In den letzten Jahren erleben die kleinen Dingerchen eine Renaissance und kommen in den unterschiedlichsten Gerichten zum Einsatz. Mich freut das! Und die Alb-Leisa entsprechen zumindest einem hochaktuellen Thema: Regionalität! Eine alte Sorte, die in einer Saatbank in St. Petersburg wiederentdeckt und in mühevoller Arbeit wieder auf der Schwäbischen Alb und im Albvorland angebaut wurden. Sehr lecker, die Linsen! Das ist nicht gesponsert, sondern einfach nur eine leckere Empfehlung.

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Wer die Alb-Leisa nicht bekommt, kann natürlich auch zu anderen grünen Linsen kaufen. Ich hoffe jedenfalls, ihr überwindet euer Linsentrauma (falls es sowas gibt ;-)  und denkt bei Linsen nicht nur an die Schwaben oder an das indische Daal, sondern auch an diesen leckeren Salat: schnell gemacht, lässt sich bestimmt auch gut in die Mittagspause transportieren und gibt nochmal richtig Power! Uns jedenfalls hat der Salat ordentlich zum Grinsen gebracht… natürlich nur beim Essen! Nur achtet darauf, dass der Salat schön feucht ist, lieber nochmal n Löffel Öl und Essig zugeben als dass es zu trocken ist.

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Zutaten (für 4 Personen)
200g (grüne) Linsen
400g Lachsfilet
8 Zweige Estragon
1 EL körniger Senf
4 EL Olivenöl
2 EL weißer Balsamico
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Linsen waschen, abtropfen lassen und 20min in reichlich Wasser kochen. Den Lachs waschen, dazugeben und alles noch 5 min köcheln lassen ohne umzurühren. Dann alles abgießen und abkühlen lassen.
Estragon waschen, trocken zupfen und hacken. Den Lachs zerzupfen, mit Linsen und übrigen Zutaten mischen. Aus Essig, Öl, Senf, Salz und Pfeffer ein Dressing anrühren und mit dem Salat mischen.

Quelle: Das einfachste Kochbuch der Welt (J-P Mallet)