Kulinarisch durch die Welt… in Stuttgart

Hinweis zur Transparenz: diese Tour war ein Geschenk von meinen Geschwistern und mir – von uns bezahlt, nichts gesponsertes! Hier berichtet mein Vater über seine Eindrück:

Essen ist einfach etwas tolles! Und dann am besten in Gemeinschaft mit anderen lieben Menschen. Und wenn es kulinarisch dann noch Neues zu entdecken gibt, oder auch Altbekanntes in anderer Weise, dann könnte einem womöglich so ein glückselig-wohliger Seufzer „Ach, ich könnte glatt die ganze Welt essen“ entfahren. Zugegeben, etwas phantasiert, aber wer weiß, wie wohl der Firmenname eat-the-world.com entstanden ist – vielleicht eben so.

Eat-the-world jedenfalls veranstaltet Food-Touren in verschiedenen Städten Deutschlands und auf der gleichnamigen Webseite findet sich alles Wissenswerte. Auch Geschenkgutscheine lassen sich dort erwerben und so kam’s, dass meine Herzallerliebste und ich in den Genuss einer Foud-Tour nach unserer Wahl kamen, ein gerne genommenes Geschenk unserer Kinder. Diese Tour fand  vor wenigen Tagen statt und zwar in Stuttgart. Dort gibt es sogar drei verschiedene Touren. Wir hatten uns für Stuttgart West entschieden. Buchung und Vorabinformationen lief alles völlig unproblematisch und so fanden wir uns zum angegebenen Zeitpunkt in Stuttgart an der vereinbarten Stelle zusammen mit 8 weiteren Teilnehmern ein. Ein netter älterer Herr, zwar nicht aus Stuttgart stammend, aber dennoch dort aufgewachsen und sehr ortskundig, führte uns. Er vermochte uns zwischen den einzelnen Stationen allerhand Stadtgeschichtlich Interessantes erzählen, so dass die Tour nicht nur in kulinarischer Hinsicht eine Horizonterweiterung darstellte. Los ging es in der Bäckerei Dreßler, der ältesten Bäckerei in Stuttgart West. Ja, eine richtige, echte Bäckerei. Nicht nur eine Verkaufsfiliale! Verkosten durften wir ganz klassisch eine Mini-Bretzel und einen Flachswickel. Grade letzterer war sehr fein. Gar nicht so trocken, wie wir dieses Gebäck sonst so kennen. Vom Bäcker ging’s weiter zum Metzger – wie passend!

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Die Metzgerei Schneider, 1934 als kleiner Familienbetrieb gegründet, wird heute in 3. Generation geführt. Beste Qualität verlässt dieses Haus und das bis weit über die Grenzen Stuttgarts hinaus. Und wir Food-Tourler? Für uns gab’s eine überaus köstliche Probe der hauseigenen Maultaschen. Für diese urschwäbische Spezialität gab’s 2012 sogar eine Auszeichnung in Gold und jawoll! Auch unsere ganz persönliche Beurteilung fiel überaus positiv aus!

Nach dieser erfreulich herzhaften Verkostung wechselten wir wieder ins süße Lager. Noch nicht ganz so alteingesessen, wie die vorherigen Betriebe ist Patisserie Tarte&Törtchen. Was Aline John hier an süßen Kunstwerken anbietet, ist definitiv nicht nur ein Gaumenschmaus, das Auge isst sowas von mit. Einfach phantastisch!

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Ein Kaufhaus der „klassischen“ Art ist Feinkost Panzer. Wer zu jung ist, den sprichwörtlichen Tante Emma Laden persönlich zu kennen, muss unbedingt hierher kommen. Allerliebst und mit manchem Utensil aus vergangener Zeit verziert findet sich hier ein buntes Sortiment an verschiedensten Lebensmitteln. Als besonderen Service wird der Einkauf auch kostenlos nach Hause gebracht. Ein Einkauf wird zu einer ganz persönlichen Sache, man ist einfach gern dort. Und man isst auch gerne dort. Wir bekamen eine überaus schmackhafte Gemüsesuppe serviert. Mit besten frischen Zutaten frisch zubereitet – was will man mehr!

Szenenwechsel: wir kommen erneut zu einem Kaufhaus. Allerdings komplett anders, wie das zuvor. „Schüttgut – nachhaltige und unverpackte Lebensmittel“ nennt sich die Einrichtung von Jens-Peter Wedlich, und der Name des Kaufhauses ist Programm. Hier MUSS man, was man andernorts gar nicht darf. Nämlich seinen Einkauf in selbst mitgebrachten Gefäßen abpacken. Auf diese Weise ist es auch problemlos möglich, Kleinstmengen einzukaufen, z.B. lediglich 3 Lorbeerblätter, wenn’s denn sein soll. Neben Lebensmitteln finden sich auch verschiedenste Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegeprodukte.

Rein vegetarisch oder vegan geht es bei Cesa Cigköfte, einem türkischen Imbiss zu. Bulgur ist das Grundprodukt, aus dem mit 20 frischen Kräutern und Gewürzen delikate Snacks produziert werden.

Unsere letzte Station war das Tai Chi Teehaus. Bei einem Besuch in dieser Kombination aus Ladengeschäft und Tee-Lounge sollte man Zeit mitbringen. Natürlich kann man eben schnell mal einen feinen Tee erwerben, aber die Eigentümer, das chinesisch-deutsche Ehepaar Wagner, können überaus fachkundig und interessant alles Erdenkliche zum Thema Tee vermitteln. Wer hier mehr wissen will, hat die Möglichkeit an einer traditionellen Teezeremonie oder auch einem Teeseminar teilzunehmen. Ein würdiger Abschluss auch für unsere Tour.

Aus dem Begleitheftchen zur Tour ist ersichtlich, dass durchaus abgewechselt wird. Und so stehen dort noch eine Reihe weiterer Betriebe beschrieben, die ebenfalls aufgesucht werden. Somit kann es also durchaus sein, dass Ihr, falls Ihr die gleiche Tour bucht, an andere Ort kommen werdet. Ich bin mir jedoch sicher, dass auch dies lohnenswert sein wird.


Kann ich die Tour empfehlen? Auf jeden Fall ja. Denn es ist einfach interessant, einen Stadtteil auf diese Weise kennen zu lernen und ich kann das jederzeit empfehlen. Allerdings, das sei auch gesagt, man sollte nicht allzu hungrig an den Start gehen. Die Kostproben waren tatsächlich nur Kostproben, aber satt waren wir am Ende nicht. Was zumindest für die Metzgerei Schneider und Bäckerei Dreßler kein Schaden war, denn dort haben wir gleich noch eingekauft 😊

 

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Happy Hour: New York Sour

Endlich mal wieder eine Happy Hour auf dem Blog 🙂 Im wirklichen Leben kann ich mir kaum was Besseres vorstellen als am Freitagabend das Wochenende mit einem Drink einzuläuten. Dann noch zu wissen, dass man am nächsten Tag ausschlafen kann, herrlich! Der Alkoholkonsum ist also eeeetwas höher als der Blog suggeriert.

In Wirklichkeit ist es allerdings auch so, dass es sehr selten aufwändige Drinks gibt, sondern meistens lediglich n sehr guten Gin Tonic oder n Glas Wein. Dabei lohnt es sich einfach, mal was anderes auszuprobieren. Der New York Sour besticht durch den Shrub. Den was??? Joa, kannte ich bis zum Sommer auch nicht, aber ein Shrub ist ein Fruchtsirup, der mit Essig hergestellt wird. Wem sich bei der Vorstellung, Essig zu trinken, alles zusammenzieht, den kann ich beruhigen: der Zucker gleicht das aus und es bleibt ein angenehm frischer Geschmack.

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Positiver Nebeneffekt: es gibt Apfelkuchen. Oder Apfelmus. Oder sonst irgendwas mit Apfel – denn für den Shrub braucht man hauptsächlich die Schalen. Meinen hab ich tatsächlich nur mit Schalen angesetzt – ohne den 1/2 cm Fruchtfleisch wie es im Rezept empfohlen wird. Und wow! Selten hatte ich so einen tollen Apfelgeschmack! Hätte ich den in ner Bar getrunken, hätte ich vermutet, dass da künstliche Geschmacksverstärker zum Einsatz kamen. Bin wirklich begeistert, dass die Schalen nicht in den Kompost wandern müssen, sondern eine zweite Bestimmung finden.

Und selbst wenn ihr keine Cocktailsüffler seid, macht den Shrub: ich hab den einfach mit Mineralwasser aufgefüllt und so getrunken, sehr gute Erfrischung! Ich hoffe, ihr werdet neugierig und probiert den Drink aus … zwei kleine Hinweise zum Schluss: der Shrub muss ein paar Tage ziehen bevor er getrunken werden kann. Und wenn ihr den Drink macht, verwendet weniger als auf den Bildern. So was entsteht halt, wenn der Vater noch nicht oft genug abgedrückt hat und einen auffordert, weiter den Shrub ins Glas zu gießen… seuftz, einmal mit Profis arbeiten 😛

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Apple Shrub:
6 Äpfel (Gala, Braeburn wird empfohlen)
450g weißer Zucker
350ml weißer Balsamicoessig

Die Äpfel schälen, dabei gut 1/2 cm Fruchtfleisch an der Schale lassen. Die Apfelschalen mit dem Zucker in einer Schüssel wenden. Luftdicht verschlossen 3 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Nach drei Tagen in einem kleinen Topf den Essig mit 110ml Wasser mischen und zum Kochen bringen. Die heiße Flüssigkeit über die Apfelschalen mit dem Zucker gießen. Die Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Das Gefäß zugedeckt bei Zimmertemperatur 2 Tage stehen lassen. Die Mischung schütteln, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Dann durch ein Spitzsieb gießen und die Flüssigkeit auffangen.

Zuckersirup:
100g Zucker
100ml Wasser

In einem kleinen Topf Zucker und Wasser bei mittlerer Hitze verrühren bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Vom Herd nehmen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Zum Fertigstellen für VIER Drinks:
240ml Apfelbrand (Calvados)
100ml Zitronensaft
4 Eiweiß

Für jeden Drink im Cocktail-Shaker jeweils 60ml Apfelbrand mit 25ml Zitronensaft, 25ml Zuckersirup und 1 Eiweiß mischen. Eis hinzufügen und schütteln. In ein Cocktailglas abseihen und langsam 15g Apple Shrub auf den Drink geben.

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…cheers! Habt ein schönes Wochenende 🙂

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Innere Werte: Birnen-Kaffee-Kuchen

Kennt ihr auf Instagram, YouTube oder auch auf Facebook diese Rezeptvideos, in denen in nicht mal einer Minute (Zeitraffer sei Dank) die leckersten Cookies, käseüberzogensten Nudelgerichte und knusprigsten frittiertesten Lebensmittel hergestellt werden? Ich gestehe: die kann ich Stunden anschauen. Okay, vielleicht keine Stunden, aber so schon ein paar Minuten. Alles sieht gut aus und soooo einfach, dass man sofort selber in die Küche stehen will.

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Mindestens genau so faszinierend finde ich die Videos, in denen Kuchen verziert werden. Meistens haben die die Höhe von mittleren Wolkenkratzern, sind gefüllt mit Buttercreme, bunten Zuckerstreuseln und Kekskrümeln und werden dann umhüllt von Fondantdecken und dekoriert mit kiloweise Blumen, noch mehr Buttercreme, Schokolade oder sonstigen Sachen, dass es einfach nur gigantisch aussieht. Ja, toll aussehen ist das eine. Aber wir haben doch alle schon gelernt: es sind die inneren Werte, die zählen!

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Was sind also die inneren Werte von diesem unscheinbaren Birnen-Kaffee-Kuchen, der keine fancy Hülle hat? Ich sag nur: ALKOHOOOL 🙂 Hehe, die Birnenwürfel dürfen über Nacht in Birnenbrand baden, die Marinierflüssigkeit kommt dann auch noch großzügig in den Teig und bäm – selten so einen saftigen, intensiven Rührkuchen gegessen! Was vom Alkhol nach einer Stunde backen übrig bleibt, weiß ich nicht. Eine Fahne hat man nach dem ein oder anderen Stückchen auch nicht, aber als besorgte Eltern würde ich den Kuchen meinen Kindern nicht überlassen… ist schließlich auch Zucker und Gluten drin 😉

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Und so schön solche dekadenten verzierten Kuchen auch anzusehen sind: einfache, saftige Rührkuchen sind mit tausend Mal lieber! Ich hoffe, euch auch! Und nicht von der langen Liste abschrecken lassen, geht eigentlich ganz fix und der Geschmack ist jeden einzelnen Schritt wert 🙂 Habt einen schönen Nationalfeiertag!

Marinierte Birnen:
700g klein gewürfelte ungeschälte Birnen
120ml Birnenbrand
75g Zucker

Die Birnen in einer Schüssel mit dem Brandy und dem Zucker mischen. Über Nacht kühl stellen. Am nächsten Tag abgießen und sowohl die Flüssigkeit als auch die Birnen bereithalten.

Für die Streusel:
4 EL Butter
50g Mandeln
40g Mehl
3 EL Zucker
1 EL hellbrauner Zucker
1 TL Salz

Sämtliche Zutaten in der Küchenmaschine mit dem Flachrührer (oder einfach in einer Schüssel mit Rührgerät oder nur einem Löffel) zu einem krümeligen Teig rühren. Bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern (man kann die auch außerhalb lagern).

Für die Marmormischung:
2 EL Kakaopulver
1 EL Zucker
1 TL gemahlener Zimt
1 TL gemahlener Ingwer

In einer kleinen Schüssel alles vermischen.

Für den Kuchen:
225g weiche Butter
250g Zucker (ich: max. 200g)
60 g dunkelbrauner Zucker
2 TL Salz (ja! Traut euch! Mindestens aber einer, schmeckt großartig!)
2 Eier
100g Crème fraiche
2 EL Vanilleextrakt (Ich: ersetzt durch Marinierflüssigkeit)
270g Mehl
2 TL Backpulver
1/2 TL Natron

Den Backofen auf 160Grad vorheizen. Eine Form von 28×8 cm ausbuttern und mit Mehl ausstäuben. Meine Form war etwas größer – war kein Problem, es ist genug Teig. In der Küchenmaschine Butter, die beiden Zuckersorten und Salz mit einem Flachrührer luftig aufschlagen. Eins nach dem anderen die Eier hinzufügen, dann die Crème fraiche und 1 EL Marinierflüssigkeit von den Birnen untermischen (ich hab mindestens 4 EL verwendet, hehe).
In eine separaten Schüssel Mehl, Backpulver und Natron sieben. Bei reduzierter Geschwindigkeit die Mehlmischung in den Teig geben und unterrühren. Zum Schluss mit einem Spaltel durchrühren, um sicherzustellen, dass der Teig gut gemischt ist. Die abgetropften marinierten Birnen unterheben.
Die Hälfte des Teigs in die vorbereitete Form geben. Mit einem Spatel glatt streichen. Die Hälfte der Marmormischung in einer gleichmäßigen Schicht auf den Teig sieben. Den Rest des Teiges in die Form geben, glatt streichen und den Rest der Marmormischung drauf streuen. Die Streusel auf dem Teig verteilen und den Kuchen 50-60min backen bis ein in der Mitte eingestochener Spieß sauber wieder rauskommt. 30min in der Form abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Drei-Schwestern-Auflauf

Am Mittwoch kam mein Vermieter an, in der Hand eine rießige Zucchini und ein Körchen gefüllt mit mindestens 500g knallroten Tomaten (stellt euch bitte hier einen breiten Mannheimer Dialekt vor): „Die letzten reifen Dinger, mal schauen, ob die restlichen Tomaten auch noch reif werden. Probiern’Se mal!“

 

Eine kleine Tomate wandert in meinen Mund, es ploppt und die süße Frucht zerplatzt. Herrlich, noch die letzten Bisse Sommer genießen während das Licht und die ganzen Kürbisrezepte schon den Herbst verkünden. Angesichts der reichhaltigen Ernte wage ich es aber noch, dieses Rezept zu posten. Warum auch nicht? Schließlich ist es in der jahreszeitlichen Unterteilung von „USA vegetarisch“ auch in diesem Zeitraum verewigt. Und ich hoffe, hoffe, hoffe für euch, dass ihr euch 1. weder abschrecken lasst, weil die Zubereitung so lang aussieht und 2. ihr noch das Gemüse bekommt und diesen Auflauf nachmacht. Denn der Brötchenteig saugt sich beim Backen wunderbar mit der Gemüsesauce voll und schmeckt einfach nur meeegaaa gut!

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Warum denn eigentlich dieser Name? Nicht gerade Hashtagfreundlich oder trendig, dafür aber eine Erinnerung daran, dass die Native Americans auf ihren Feldern Mais, Kürbisgewächse (=Zucchini) und Bohnen gemeinsam anbauten, weil die sich beim Wachsen gegenseitig unterstützen. Und genau diese Mischung versteckt sich unter der Burgerbrötchendecke. Ein Essen, für einen kuscheligen Tag daheim oder wenn man von ner starken Windböhe erwischt wurde – mach’s gut Sommer und Herbst, ich freu mich auf dich!

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Zutaten:
500g Zucchini
2 frische Maiskolben
275g rote Paprika
150g rote Zwiebeln
50g Staudensellerie
2 Knoblauchzehen
500g frische Dicke Bohnen (ich: 150g Erbsen)
2 EL Öl
1 EL Tomatenmark
250ml Gemüsebrühe

Für den Brötchenbelag:
250g Mehl plus Mehl zum Arbeiten
10g frische Hefe
65ml lauwarmes Wasser
50ml Milch
12g Zucker
Salz
1 Ei
60g weiche Butter

Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken und die Hefe hineinbröseln. Wasser und Milch mit Zucker und Salz verrühren. In die Mulde geben und 10min stehen lassen. Ei dazugeben und alles mit den Knethaken zu einem glatten Teig kneten. Wenn der Teig zu einem festen Stück wird, nach und nach die weiche Butter einarbeiten.
Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und weitere 3min mit den Händen kneten. Zurück in die Schüssel geben und bei Zimmertemperatur zugedeckt 40min gehen lassen.

In der Zwischenzeit Zucchini putzen, längs halbieren und in 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Mais putzen, dabei alle feinen Härchen entfernen. Maiskörner mit einem scharfen Messer vom Kolben schneiden. Dabei darauf achten, dass nur wenig vom Kolben mit abgeschnitten wird.
Paprikaschote vierteln, entkernen und in 1cm große Würfel schneiden. Zwiebel pellen und ebenfalls in 1cm große Würfel schneiden. Staudensellerie putzen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken. Falls verwendet: Dicke Bohnen aus den Hülsen lösen. In kochendem Salzwasser 4min garen, abgießen und kalt abschrecken. Die Bohnenkerne aus den Häuten lösen.

Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Sellerie darin unter Rühren 3-4min bei mittlerer Hitze farblos dünsten. Paprika und Zucchini dazugeben und weitere 2min dünsten, Knoblauch dazugeben und 1 min dünsten. Tomatenmark unterrühren. Maiskörner und Bohnenkerne (oder halt Erbsen) in den Topf geben und die Gemüsebrühe angießen. Mit Salz und Pfeffer würzen und zum Kochen bringen. 10min bei mittlerer Hitze sanft kochen lassen.

Ofen auf 190°C vorheizen. Den vorbereiteten Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in der Zwischenzeit behutsam ca. 0,5cm dick ausrollen und dekorativ ausstechen. Gemüse in eine ofenfeste Form geben und mit dem ausgestochenen Teig belegen. Wer will, verquirlt noch ein zusätzliches Ei mit 2 EL Sahne und bestreicht den Teig großzügig damit. Alles dann mit grobem Salz bestreuen.
25min goldbraun backen und geniiiiießen!

Quelle: USA vegetarisch (Oliver Trific / Katharina Seiser)

Ein Hoch auf den Honig!

Nicht gerade komplettes Gericht, aber als Zutat, oder einfach pur – Honig ist so vielfältig und gut!

Immer wieder komme ich mit Menschen, denen ich begegne ins Gespräch über Foodfotografie bzw. vor allem den  Blog, den ich gemeinsam mit meiner Tochter habe. Das weckt bei so manchem Interesse und der eine oder andere Follower fand zu uns, nach einem solchen Gespräch. So auch ein lieber Kollege, den ich vor einigen Wochen kennengelernt habe.

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Und im Gespräch stellte sich dann heraus, dass er seinerseits Hobby-Imker ist. Letzte Woche trafen wir wieder zusammen, er sprach mich sofort auf den letzten Blogbeitrag und ich auf seine Bienen an. „Bring mir doch mal ein Glas mit“, so meine Bitte, denn so ein schöner Honig direkt vom Imker, da sage ich nicht nein. „Lieber Tannenhonig oder Blütenhonig“, so seine Rückfrage und nach kurzem weiteren Gespräch entschied ich mich für den Blütenhonig.

Zu Hause haben wir den Blütenhonig eines anderen Imkers, der stark Raps-geprägt ist. Mein Kollege hatte mir erzählt von kleingliedrigen Flächen mit einer großen Vielfalt an Blüten, und das wirkt sich natürlich wieder auf den Honig aus. Also wollte ich bewusst vergleichen und war gespannt und schon am gestrigen Samstag öffnete ich das neue Glas sofort.

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Schon die Farbe ist sowas von anders. Während der Honig aus unserer heimischen Region gelb und undurchsichtig ist, ist der geschenkte Blütenhonig dunkelgolden und klar. Welche Blüten die Bienen wohl von ihrem Standort am Tor zur Fränkischen Schweiz besuchen? Sicher ist, dass es dort rund um den Berg der Franken, dem Walberla, was anderes wie hier im Schwabenländle gibt.
Mich erinnerte dieser Blütenhonig eher an Waldhonig, aber genau das war er nicht. Beim Bäcker besorgtes frisches Laugengebäck mit Butter, dazu der Honig – Hmmm! Und erwartungsgemäß war natürlich auch der Geschmack des dunklen Blütenhonigs anders, als der des hellgelben Blütenhonigs aus dem Balinger Umland. Und zwar sehr anders! Ich entschied mich, diesen Geschmack als feinwürzig, aromatisch und fruchtig zu beschreiben (gibt es eigentlich auch sowas wie einen Honig-Sommelier?).

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Auf jeden Fall ein (Frühstücks-)Genuss und zum einfach nur irgendwo reinmixen für meine Begriffe definitiv zu schade.

Habt Ihr einen bestimmten Lieblingshonig? Direkt vom Imker? Oder doch einfach aus dem Supermarkt?
Ich kann meinerseits auf jeden Fall empfehlen, Vergleichsmöglichkeiten zu nutzen. Die Geschmacksvielfalt von Honig ist beeindruckend!

PS: Hallo, hier meldet sich noch Miriam 🙂 Die Bilder vom heimisches Frühstückstisch schaue ich ganz wehmütig an, kenn ich doch nur zu gut die entspannten Frühstückssamstage.
Ich wollte zum Honig noch kurz anmerken, dass das wirklich ein Thema ist, bei dem jeder was tun kann. Stellvertretend verlinke ich hier nur die Bienenretter, die Tipps geben, was wir gegen das Bienensterben tun können und dazu gehört beispielsweise auch Honig aus der Region zu essen. Informiert euch, wo ihr den Honig kriegen könnt – auf dem Wochenmarkt sowieso, aber zum Teil stehen auch an einzelnen Häusern Schilder und verweisen auf die Möglichkeit, Honig direkt beim Imker zuhause zu kaufen.
Und wer sich dafür interessiert, wie man denn Imker wird, dem empfehle ich Claras Berichte über ihre Ausbildung. Vielleicht kriegt ja der ein oder andere Lust drauf?! 

Pfirsich-Himbeer-Frühstücksbrei

Frühstück fand ich schon immer toll – insbesondere, wenn man woanders war und dann mitkriegen durfte, wie es da morgens zugeht. Meiner Erfahrung nach verstecken sich die meisten Leute morgens nicht hinter ihrem Frühstück – unter der Woche als normal arbeitende Person ist das gar nicht möglich.

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Ich gehöre zwar zu der Fraktion, die morgens lieber eine halbe Stunde mehr einplant um entspannt in den Tag zu starten, die Losung zu lesen und eben zu frühstücken, aber nein, ich würde montags bis freitags nie auf die Idee kommen, meine Haferflocken zu schichten. Da wird alles einfach in ne Schüssel gekippt, Joghurt drüber, Obst dazu und nach dem Duschen wird das dann gelöffelt, fertig!

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Ganz ehrlich, ich bin erleichtert, dass meines Wissens in meinem Bekanntenkreis niemand morgens ein Instagramwürdiges Frühstück zaubert: keine Smoothiebowl, kein Avocadotoast – momentan ist es sowieso immer noch dunkel, wenn es das erste Essen des Tages gibt. Allein schon am Licht erkennt ihr, dass dieser Brei nicht am Morgen zubereitet wurde. Nein, der durfte als Nachmittagssnack ran.

Von den Zutaten her (ersetzt man die Chiasamen mit Leinsamen) könnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass dieser Frühstücksbrei was für meine Oma wäre. Bei ihr hab ich nämlich „Hafersuppe“ zum Frühstück kennen und schätzen gelernt. Da hab ich auch das liebevoll servierte Ei links liegen lassen und wollte lieber das, was Opa da auch gelöffelt hat 🙂 Sehr das hier als eine fancy Version des guten, alten Haferbreis. Schmeckt gut und macht ordentlich was her – nur in meinem Fall halt nicht zum Frühstück, sondern nachmittags. Da durfte es dann (nur zu Dekozwecken natürlich) noch etwas Schokolade drüber geraspelt werden.

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Und bei euch so? Seid ihr Frühaufsteher oder nutzt ihr jede Minute morgens im Bett und lasst lieber das Frühstück ausfallen?

Zutaten (für 3-4 kleine Portionen):
1 Tasse Haferflocken
Saft von 1/2 Zitrone ODER 1 TL Apfelessig
2 EL Chiasamen
125ml Milch nach Wahl ODER Wasser
1 gefrorene Banane
1 Vanilleschote, Mark herausgekratzt

Für die Himbeer-Pfirsich-Wellen:
200g Himbeeren (TK-Beeren aufgetaut)
1 Pfirsich (kann auch durch einen Apfel ersetzt werden)
1 EL Ahornsirup

Zubereitung:
Die Haferflocken mit warmem Wassen und dem Zitronensaft oder Essig bedecken und über Nacht einweichen. Am nächsten Morgen abgießen und sehr gründlich abspülen. Im Mixer oder in der Küchenmaschine die Himbeeren, das entsteinte Pfirsichfruchtfleisch und den Ahornsirup zu einem flüssigen Püree verarbeiten. Etwa die Hälfte in eine Schüssel gießen und beiseitestellen.
Zu dem restlichen Püree im Mixer die abgetropften Haferflocken und alle anderen Zutaten hinzugeben und auf maximaler Stufe pürieren bis die Mischung glatt und cremig ist. Abschmecken und evt mit weiterem Ahornsirup nachsüßen.
Den Haferbrei in Schalen oder kleine Gläser füllen und das verbliebene Himbeer-Pfirsich-Püree nur grob unterziehen. Oder den Haferbrei und das Püree abwechselnd in Gläser schichten. Reste halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage.

Quelle: a modern way to cook (Anna Jones)

Indisches Curry mit Fisch

Freitags gibts Fisch! Bei wem ist das noch so? Zugegeben, seitdem ich nicht mehr daheim wohne und nicht mehr regelmäßig eine Mensa frequentiere, hat sich der Tag für Fischkonsum oft mal in eine fernere Zukunft verschoben. Hauptgrund war meistens, dass ich ein tolles vegetarisches Rezept entdeckt hatte, das mich mehr reizte als ein Meerbewohner.

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Abgeschreckt werde ich heute noch, wenn der Fisch in der Pfanne gebraten wird und dabei eine tolle Kruste entstehen soll… soll! In den seltensten Fällen ist mir das gelungen, viel zu oft zerfiel der Fisch in seine Einzelteile, wollte die Kruste lieber in der Pfanne bleiben oder war die Hautseite schon mehr als gebräunt und der obere Teil noch roh. Jedes Mal ein Kampf – wer Tipps hat, die über „Verwende eine gscheite Pfanne“ (ach neee, wirklich?!) hinaus gehen, nur her damit!

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Ein Kampf mit der Pfanne und Fischstückchen bleibt euch bei diesem Curry erspart: das Lachsfilet zieht einfach in der heißen Flüssigkeit gar und gut ist. Und was gibt es an diesen verwindeten-nassen Tagen besseres als ein würziges Curry, das wie eine Wärmflasche funktioniert und an einem grauen Freitag so richtig strahlend leuchtet?

Nur ein WARNHINWEIS – für euch getestet: Kurkuma färbt ziemlich doll! Also wenn das Gewürz erstmal eingerührt ist, zieht brav eine Schürze an oder lasst das Curry nicht mehr sprudelnd kochen um gelbe Spritzer zu vermeiden… ich sag ja nur 😉 Ansonsten soll Kurkuma vooooll gesund sein, schmecken tut es auch!

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Zutaten für 4 Personen:
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
10g frische Kurkumawurzel
1-2 rote Chilischoten
1 EL Kokosöl
1 EL schwarze Senfsaat
1 EL Kreuzkümmelsaat, grob gemörsert
1 kleine Dose stückige Tomaten (400g)
400ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer
400g Lachsfilet
1 TL Kurkumapulver
200g Baby-Blattspinat
Saft von 1-2 Limetten

Zubereitung:
Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Knoblauch und Kurkuma schälen, Chilis putzen und alles fein hacken. Kokosöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und gehackte Zutaten zusammen mit Senf und Kreuzkümmel darin 5min bei milder Hitze andünsten. Dann mit Dosentomaten und Kokosmilch ablöschen. Mit Salz und Pfeffer würzen und 10min bei milder Hitze einkochen lassen.
Inzwischen den Lachs waschen, trocken tupfen und in ca 3cm große Würfel schneiden. Rundum mit Salz, Pfeffer und Kurkumapulver würzen, dann in das Curry geben und bei geschlossenem Deckel ca 5min gar ziehen lassen.
Spinat waschen, trocken schleudern und verlesen. Am Ende der Garzeit unter das heiße Curry heben, sodass er eben in sich zusammenfällt. Das Curry mit Limettensaft abschmecken und mit Fladenbrot oder Reis servieren.

Quelle: deli (4/2017)