Shortbread mit Orange & Schokolade

Während ich diese Zeilen schreibe, bediene ich mich aus der Plätzchendose, die mir meine Mutter geschickt hat. Seitdem wir Kinder nicht mehr daheim wohne, hat sie es sich noch mehr zur Aufgabe gemacht, uns auch mehr oder weniger weit weg vom Familiensitz eine schöne Adventszeit zu machen. Als ich Mitte November zum Geburtstag meines Bruders daheim war (ihr erinnert euch an die Reis-Geschichte?!), drückte sie mir zum Abschied noch zwei Geschenke in die Hand – sie hatte mir keinen Adventskalender machen sollen und musste das irgendwie ausgleichen 🙂 Ich musste noch zwei Wochen warten bis ich am 1. Dezember das erste Päckchen aufmachen konnte – furchtbar!

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Nach dem Motto „ich verschönere meiner Tochter die Adventszeit“ hat sie auch die Plätzchendose gepackt: ein ganzes Dutzend verschiedene Sorten hat sie schon gebacken und mir rund 2kg geschickt – echt der Wahnsinn! Soooo gut die Dinger, es geht halt nichts über Mamas Plätzle. Nur Omas Apfelbrot spielt noch in der gleichen Liga 😉 Ihre Plätzchen sind schon immer weit gereist: gut verpackt flogen sie in die USA oder nach Spanien um meiner Schwester und mir einen Gruß aus der Heimat zu schicken.

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Immer kam ihr Gepäck heil an: bei der Spitzbuben schaute apart die Marmelade raus, ihre Ingwer-Schoko-Plätzchen hatten das perfekte Gabelmuster und die Walnussplätzchen glänzten mit einer Schokoseite. Und die anderen neun Sorten sind mindestens genau so toll! Bei uns wird nicht ewig verziert und das Essen dekoriert. Der Fokus liegt auf dem Geschmack. Den kann auch kein noch so hübscher Zuckerguss retten!

Nach diesem Motto wurde auch das Orangen-Shortbread mit Schokolade verziert: einfach Jackson-Pollock-mäßig wild gesprenkelt, trocknen lassen und gut ist! Ich muss ja zugeben, dass ich die Kombination von Schoko plus Zitrusfrucht sonst nicht so mag, hier aber war es ganz wunderbar. Große Empfehlung zum Nachbacken: wenig Zutaten, schnell gebacken und zack, werden viele Mitesser glücklich! Die Shortbreads sind so zart, die schmelzen schon fast im Mund… wie der ganze Schnee auch.Habt noch einen schönen zweiten Advent!

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Zutaten (für ein kleines Blech):
200g Mehl
150g weiche Butter
50g heller Rohrohrzucker
50g Bitterschokolade
1 Bio-Orange
1 Prise Salz

Zubereitung:
Den Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine quadratische Backform mit Backpapier auskleiden, die Orange waschen und die Schale abreiben.
Die Butter, Mehl und Zucker in eine Schüssel geben, die Orangenschale und die Prise Salz hinzugeben und alle Zutaten mit den Fingerspitzen zu Streuseln verreiben. Die Streusel zu einer Teigkugel zusammenschieben, nicht kneten. In die Backform geben und zu einer 1cm dünnen Schicht drücken. Mit einer Gabel dekorativ einstechen und im Ofen 20min backen bis sich der Rand leicht braun verfärbt.
Das Shortbread aus dem Ofen nehmen und noch warm mit etwas Zucker bestreuen (ops, vergessen!), dann abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Schokolade kleinhacken und schmelzen. Damit die Shortbreads verzieren und diese in Stücke schneiden.

Quelle: Maltes Kitchen (bzw. Jamies 5 Zutaten Küche)

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Rettungsaktion: Herzhafte Cantuccini

Weihnachten naht und somit auch die Frage: hilfe, was verschenke ich nur? Wie gut, dass ihr uns habt! Im wahrsten Sinne des Wortes können wir euch (hoffentlich) diese Frage beantworten und euch als Rettungstruppe anspornen, etwas Selbstgemachtes zu verschenken.

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Denn seien wir mal ehrlich: Zeug hat jeder genug rumstehen! Ja, es ist schön und vorausgesetzt, es kommt von einer Wunschliste freut sich der Beschenkte auch vermutlich über das xte Kochbuch 😉 Ich spreche da aus persönlicher Erfahrung! Wenn aber nur eine Kleinigkeit verschenkt werden soll, bietet sich ein Geschenk aus der Küche an. Persönlich, einmalig und mit Essen macht man den meisten Menschen doch eine Freude 🙂 Waren vor ein paar Jahren noch landauf, landab nur Keksmischungen als Geschenk aus der Küche bekannt und beliebt, ist zumindest hier bei uns die Vielfalt grenzenlos.

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Wir empfehlen zum Verschenken an liebe Menschen diese herzhaften Cantuccini. Ich habe was Salziges rausgesucht, weil zumindest ich an Weihnachten gefühlt mit Zucker überhäuft werde – Plätzle, selbstgemachte Pralinen und das obligatorische Dessert dürfen alle nicht fehlen. Sonst wäre es ja nicht Weihnachten 😉 Umso mehr schätze ich aber während dieser Feiertag ne herzhafte Alternative oder noch besser die Option gar nichts essen zu müssen. Und zack: hier kommt die perfekte Leckerei dazu. Cantuccini halten sich sehr lang in einer Dose, weil sie komplett knusprig durchgebacken werden. Es besteht also nicht der Zwang, die innerhalb von 24h zu vertilgen, sondern man kann knabbern wann man will.

Verschenkt noch ne Flasche Sekt, evtl. ne DVD oder CD zu den Cantuccini und ihr habt ne nette kulinarische Begleitung für einen entspannten Abend in geselliger Runde. ODER ihr stellt die Cantuccini als Aperitiv vor dem eigentlichen Festessen bereit – es ist einfach immer gut, wenn man was naschen kann bis es das richtige Essen gibt 🙂

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Wer lieber was Süßes will oder noch n Likör zum Sekt verschenken will, findet bei den grandiosen Rezepten der Mitretter auf jeden Fall das Richtige! Wir grüßen alle mit Nikolausmützchen auf 😉 Besonderer Dank geht an die Anführer der Wichteltruppe, Sina und Susi, die jede Rettungsaktion von Anfang an betreuen!

Aus meinem Kochtopf: Pastrami selbst gemachthttps://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117

Barbaras Spielwiese: Quitten Chutney

Brittas Kochbuch: Stollenkonfekt

Brotwein: Partysonne mit Brötchen

Cakes, Cookies and more: Chilisalz

Das Mädel vom Land: Kokostrüffel

Evchen kocht: Rumkugeln

Fliederbaum: Rustikale Dinkel – Vanillekipferl

Foods for Angels and Devils: Beef Jerky – extra scharf

Genial lecker: Quitten – Orangen – Gelee

Giftige Blonde: Würzsalz mit Karotten, Petersilie und Sellerie

Katha kocht!: Weihnachtsgewürz selber machen

Karamba Karinas Welt: Mandarinen Marmelade

Kleines Kuliversum: Apfelstrudelmarmelade

Leberkassemmel und mehr: Adventslikör

Lieberlecker: Gewürzte Nüsse

Madame Rote Rübe: Dinkelvollkornnudel

Münchner Küche: Gebrannte Mandeln

Obers trifft Sahne: Gebackener Adventskalender

Our food creations: Karamellsirup und Honiglebkuchen

Pane Bistecca: Kakao-Lollipops

Prostmahlzeit, die Turbohausfrau: Weihnachtliches Apfel-Goji-Mus

Summsis Hobbyküche: Walnuss-Krokant

The Apricot Lady: Baguette-Backmischung zum Verschenken

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Zutaten für ca. 20 Stück:
250g Mehl (plus Mehl zum Arbeiten)
100g gemahlene Mandeln
1TL Backpulver
60g Pinienkerne
40g fein gewürfelter Speck
100g Grana Padano
1 Bund Schnittlauch
1 Bund Kerbel
1 TL Kreuzkümmel
3 Eier
2 EL Olivenöl
1 Prise Salz

Zubereitung:
Mehl mit gemahlenen Mandeln und Backpulver in einer großen Schüssel vermengen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten, auf einen Teller geben. Speck evtl. kleiner schneiden und dann – ebenfalls ohne Fett – in der Pfanne anbraten und beiseitestellen.
Käse fein reiben, Kräuter klein hacken bzw in Röllchen schneiden. Alle Zutaten zum Mehl geben und vermengen. Kreuzkümmel, Eier, Olivenöl und Salz dazugeben und alles zu einem festen Teig kneten. Teig für ca. 30min kühl stellen.
Backofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem 2-3cm dicken, länglichen Fladen formen. Achtet darauf, dass ihr die Pinienkerne sehr stark in den Teig drückt, sonst fliegen danach alle runter 😉 Auf das Backblech legen und im vorgeheizten Ofen ca. 25min backen.
Fladen herausnehmen und kurz abkühlen lassen, dann in etwa 2cm breite Stücke schneiden. Die Cantuccini auf das Backblech legen und im Backofen bei gleicher Temperatur ca. 20min weiterbacken bis sie knusprig und goldbraun sind.

Quelle: Lust auf Genuss (4/2017)

Zitronen – Kokos – Energy Balls

Zu süß – zu trocken – zu wenig Nüsse – zu… ach neee danke, muss nicht sein! So ging es mir bisher immer, wenn ich mir Energy Balls gekauft hab. Zugegeben: oft war das noch nicht, aber die paar Versuche haben mir gereicht um zu wissen: es geht halt nichts über Selbstgemachtes!

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Energy Balls bestehen aus Trockenfrüchten, Nüssen und beliebigen anderen Zutaten wie Kakao oder Proteinpulver, die im Mixer püriert und dann zu Kugeln gerollt werden. Theoretisch sind die Variationsmöglichkeiten unendlich – wichtig ist nur, dass am Ende die Masse feucht genug ist um zusammenzuhalten. Praktisch allerdings finde ich diese Geschmackskombination am allerbesten: durch die Zitrone wird die Masse längst nicht so süß wie sonst oft, sondern man hat einen frischen Geschmack. Kokos geht bei mir sowieso immer und die recht geschmacksneutralen Cashews balancieren alles aus.

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Bitte glaubt nicht, dass nur weil die Dingerchen roh, vegan und glutenfrei sind, sie auch kalorienarm sind! Ihren Namen haben sie schließlich nicht umsonst: dank der Cashewkerne und der Datteln kriegt man wieder Kraft für die nächste Aufgaben. Ich mag die Engergy Balls auch deswegen so gern, weil die so schnell gemacht sind! Medjooldatteln bekomme ich hier in der Gegend nicht so gut, deswegen weiche ich dafür einfach die getrockneten Datteln ein – geht auch problemlos.

Uns haben die Kugeln im Sommer auf die Bergspitzen Südtirols begleitet – im Rucksack wurden die zwar dann mit der Zeit etwas platter, lecker waren sie immer noch! Das größte Kompliment kam überraschenderweise vom Liebsten: „ich mag zwar keinen Kokos, aber hierdrin schmeckt der gut!“ Also husch – husch nachmachen, damit die Energie für die beginnende Adventszeit nicht ausgeht 😉

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Zutaten für ca. 15 Engergyballs:
150g Cashewkerne
100g Datteln (oder 15 frische Medjooldatteln)
50g Kokosflocken
60ml Zitronensaft
Schale von einer unbehandelten Zitrone

Zubereitung:
Die getrockneten Datteln in eine Schüssel geben, mit heißem Wasser übergießen und ca. 20min einweichen. Die Cashews portionsweise in einen hohen Rührbecher geben und kurz mit dem Stabmixer anpürieren, so dass ein sehr grobes Mehl entsteht. Wenn vereinzelt größere Cashewstücke bleiben, kein Problem. Wer einen Foodprocessor hat, kann die Cashews selbstverständlich auch darin zerkleinern. Das „Cashewmehl“ in eine Schüssel füllen.
Die Datteln abgießen und im Rührbecher glatt pürieren. Das Dattelpüree mit den Cashews, den Kokosflocken, dem Zitronensaft und der Zitronenschale vermischen. Einen Probeball zwischen den Händen rollen – hält alles zusammen? Wenn nein, noch ein paar Datteln pürieren und mit der Masse mischen.
Die Bällchen in Wunschgröße rollen – ich forme sie aus der Menge von einem Esslöffel. Die Energyballs im Kühlschrank lagern. Sie können aber auch problemlos ungekühlt mitgenommen werden und halten sich einen bis zwei Tage ohne Kühlung.

Quelle: Green Kitchen Travels (David Frenkiel & Luise Vindahl)

Anekdoten, die meiner Mutter peinlich sind… und ein Blumenkohlcurry

Vergangenes Wochenende war ich daheim – es war soooo schön! Viel zu wenig Zeit mit der lieben Familie, aber besser kurz als gar nicht! Im Vorfeld hatte ich mal wieder alte Blogartikel vom letzten Jahr durchgelesen, die mir mein Vater zusammen mit seinen tollen Fotos in ein Buch gedruckt hat. Dabei bin ich auch auf diesen Artikel gestoßen und hach, ich musste am Sonntag wiederfeststellen, wie gut die dort beschriebene Choreographie doch funktioniert. Einer meiner Lieblingsartikel auf dem Blog und sehr zu empfehlen um unsere Familiendynamik zu verstehen.

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Eine andere Eigenschaft verbunden mit der ein oder anderen Anekdote, die meiner Mutter fuuuuurchtbar peinlich sein wird, soll heute breitgetreten werden. Aber um es gleich voraus zu schicken: in dieser Hinsicht bin ich komplett wie meine Mutter! Es geht um das Einschätzen von Mengen! Ein kleiner Gendeffekt, der mütterlichseits seit mindestens zwei Generationen vererbt wird – meine Oma ist nämlich genau so drauf 🙂 Lasst mich die Anekdote vom vergangenen Sonntag erzählen:

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Es ist 11.45 Uhr, meine Mutter ist nach der Kirche sofort heimgesprungen um für 20 Personen zu kochen. Es soll Chili con Carne geben, dazu Reis und Baguette. Als Vorspeise einen Nachoteller und später dann vier verschiedene Kuchen. So weit, so normal. Das Chili köchelt, meine Schwester bereitet den Nachoteller zu, ich mache eine Guacamole und meine Mutter steht am Herd und rührt im Topf mit Reis.
ACHTUNG, es folgt ein Standardsatz, der zu JEDEM Fest dazu gehört: „Oje, Miriam guck mal… ich glaub, das ist zu wenig Reis!“ Wohlgemerkt, meine Mutter rührt in einem Topf, der 8 Liter fasst und bis knapp unter den Rand mit Reis und Wasser gefüllt ist. Wahlweise hört man bei einem Fest auch, dass es zu wenig Nudeln / Salat / Fleisch /… sind, es droht praktisch immer eine Nahrungsknappheit, wenn die Verwandten zu Besuch kommen.

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Am Sonntag grinste ich nur und meinte, dass das viel zu viel Reis sei und sie noch ewig Reisreste essen würd. Kleine Randnotiz zur Herdbelegung in der Küche: parallel zum Reis stand noch ein Topf Spaghetti auf dem Herd – die Bolognese war schon fertig, weil nun ja, man weiß ja nie, ob jemand kein Chili mag 🙂
12.30 Uhr, die Verwandten sind alle da, das große Essen beginnt und es kommt wie es kommen muss: es bleibt Reis übrig! Sehr viel! Und Chili auch – ein ganzer Topf (immerhin keine 8l, sondern „nur“ 2 Liter). Und Spaghetti Bolognese haben auch nur zwei Kinder gegessen. Tja, ich wusste es ja von Anfang an: zu viel Reis 🙂

Also, liebe Mama: hier ein Rezept zur Reisverwertung… Lass es dir schmecken und keine Sorgen, verhungern wird bei dir daheim niemand! Und wie gesagt: das muss dir nicht peinlich sein, es geht bestimmt noch mehr Leuten so 😉

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Zutaten für 4 Personen:
300g gekochter Basmatireis
1 EL Kokosöl
2 mittelgroße Schalotten, gehackt
400g Blumenkohlröschen, zerkrümelt
60g Chashewkerne (ich: deutlich mehr 😉
100g Kichererbsen aus der Dose, abgespült und abgetropft (ich: ca. 200g)
1 Handvoll Spinat
1 TL Currypulver
1/2 TL Kurkuma
1/4 TL Chiliflocken
2 Frühlingszwiebeln
175ml Kokosmilch (ich: ca. 250ml)
2 TL frisch gepresster Limettensaft
40g Rosinen
2 EL gehackte Minze (bei uns ohne)

Zubereitung:
Das Kokosöl in einer großen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Schalotten und Blumenkohl in der Pfanne mit Salz und Pfeffer würzen und 5min braten bis der Blumenkohl hellbraun ist.
Cashewkerne und Kichererbsen zugeben und 5min weiterbraten bis sie hellbraun sind. Currypulver, Kurkuma, Chiliflocken und Frühlingszwiebeln zugeben. Etwa 30sec rühren bis die Gewürze anfangen zu duften. Die Hitze reduzieren und gut die Hälfte der Kokosmilch einrühren. Dann Limettensaft, Rosen und noch etwas Salz zugeben.
Den Reis einarbeiten, dabei größere Klumpen mit einer Gabel zerdrücken. Die restliche Kokosmilch zugießen, Spinat und ggf. Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit zusätzlicher Limette servieren.

Quelle: Vegetarisch mit Liebe. (Jeanine Donofrio)

Auf die Plätzchen: Dreierlei-Ingwer-Kekse

Das hat man nun davon! Schon im April machten mein Vater und ich Fotos von diesen Ingwer-Keksen und bis zu dieser Woche hatte ich voll vergessen, dass es da ja noch Beitragsbilder gibt. Mea culpa – wenn wir aktiv sind, kriege ich oft noch am selben Abend eine Email mit sehr vielen Fotos, eins toller als des andere und arbeite diese Stück für Stück in Blogartikel ein.

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In der Fülle der Fotos gingen diese Kekse hier unter und dabei begleiten die mich schon viel länger als nur in der Weihnachtszeit! 2013 war mein Kochbuchregal noch nicht vorhanden. Ich hatte fünf Kochbücher – zwei davon von Nicole Stich, deren Blog delicious days der erste war, den ich las. In Kombination mit ihrem ersten Buch eröffnete sich mir eine ganz neue Welt! Während andere Gleichaltrige von den Backstreet Boys oder Britney Spears schwärmten, Harry Potter oder die Bravo lasen, versank ich in Kochbüchern. Der Bücherei sei Dank machte ich noch die ein oder andere Entdeckung.

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Als es ein paar Jahre später darum ging, an der Uni in einem Seminarkurs ein Buch vorzustellen, das unser Leben geprägt hat, schwankte ich zwischen Bibel und Kochbuch 🙂 Schließlich entschied ich mich für Nicole Stichs erstes Buch und bekam ein Sonderlob von der Dozentin, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes entsetzt war, dass hauptsächlich Unterhaltungsliteratur wie Harry Potter oder Krimis von Donna Leon vorgestellt wurde. Hingegen fand sie die Präsentation eines Kochbuches innovativ und spannend 🙂

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An diese Seminarsitzung muss ich immer denken, wenn ich eines der Kochbücher in die Hand nehme. Diese Cookies gab es schon so oft bei mir, dass es echt ein bisschen peinlich ist, dass die noch nicht auf dem Blog vertreten sind. Aber hey, eigentlich kommt das Rezept zum genau richtigen Zeitpunkt, weil der ein oder andere von euch sicherlich schon mit der Weihnachtsbäckerei beginnt. Achtet auf jeden Fall drauf, dass die Cookies in der Mitte noch weich sind, wenn ihr sie aus dem Ofen holt – so chewy schmecken die am besten. Und wer auf Ingwer steht, kann die Menge des kandierten Ingwers gern erhöhen… dann aber nicht über die Schärfe wundern 😉

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Zutaten für ca. 30 Stück:
30g kandierter Ingwer
1 Stück frischer Ingwer (2-3cm)
150g Butter
2 Nelken
1/2 TL feines Meersalz
250g Mehl
1 1/2 TL Natron
1/2 TL gemahlener Zimt
1/2 TL gemahlener Ingwer
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
100g weißer Zucker
75g dunkelbrauner Rohrohrzucker
1 Ei
2 EL Zuckerrübensirup (ca. 50g)
optional: 50-75g weißer Zucker zum Wälzen

Zubereitung:
Kandierten Ingwer erst in dünne Scheiben, dann in Streifen schneiden und möglichst fein hacken. Frischen Ingwer schälen und fein reiben (es sollten 1/2 – 1 TL sein). Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen. Nelken mit dem Salz in einem Mörser fein mahlen, dann mit Mehl, Natron und übrigen Gewürzen mischen.
Butter, beide Zuckersorten und Ei mit den Quirlen des Handrührgeräts oder dem Flachrührer der Küchenmaschine ca. 5min schlagen bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse hell und cremig ist. Sirup und frischen Ingwer unterrühren. Mehlmischung dazugeben und kurz untermengen, zuletzt noch den kandierten Ingwer unter den Teig arbeiten.
Frischhaltefolie auf den Teig drücken und diesen mind. 2h (gerne auch über Nacht) zum Durchziehen in den Kühlschrank geben.
Dann den Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Wer mag: Zucker zum Wälzen im Schüsselchen bereitstellen. Mit einem Esslöffel walnussgroße Häufchen vom Teig abstechen, zügig zwischen den Handflächen zu Kugeln rollen und diese eventuell noch in dem Zucker wälzen. Mit großem Abstand auf die Bleche setzen, sie gehen beim Backen ordentlich auseinander.
Die Bleche nacheinander im Ofen (Mitte) 11-13min backen bis die Keksränder beginnen Farbe anzunehmen -sie fühlen sich zu diesem Zeitpunkt noch sehr weich an. Aus dem Ofen holen und 1min auf dem Blech belassen, dann mit einem Pfannenwender vorsichtig auf ein Kuchengitter setzen und vollständig auskühlen lassen. Die Plätzchen in einer luftdicht verschlossenen Dose aufbewahren.

Quelle: Sweets. Himmlische Verführungen für den ganzen Tag (Nicole Stich)

Rösti mit Rosenkohl

Wiedersehen macht Freude! Das trifft insbesondere auf Begegnungen mit Menschen zu, beispielsweise freue ich mich schon wie verrückt auf das kommende Wochenende, wenn ich nach fast drei Monaten endlich mal wieder daheim bin und die Großfamilie treffe. Natürlich, viel verändert hat sich nicht in dieser Zeit und dank moderner Kommunikationsmittel ist es ja gar kein Problem Tag für Tag in Kontakt zu sein. Aber nichts ersetzt nun mal ein persönliches Treffen!

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Man ist vertraut miteinander, man weiß, wer wie reagiert und es herrscht insgesamt ein sehr großes Wohlwollen untereinander -Gott sei Dank! Je näher Weihnachten rückt, desto häufiger erfährt man von Familien, in denen es eben nicht so ist. Und selbst wenn die Familie noch intakt ist, so ist das doch kein Garant für ein gutes Verhältnis. Ich bin fast jeden Tag dankbar und sehe das nicht als selbstverständlich an.

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Gut, das Stichwort Wiedersehensfreude hat mich jetzt etwas vom heutigen Essen weggebracht. Aber bei Familienfeiern gibt es auch immer was Leckeres 🙂 Lecker sind auch diese Rösti mit Rosenkohl. Unter Rösti stelle ich mir eigentlich Kartoffeln vor, die in der Pfanne ankleben und teilweise noch halb-roh gegessen werden während die Unterseite schon leicht verbrannt ist.
Nicht so bei diesen Rösti: statt Kartoffel wird Rosenkohl verwendet und luftig-fluffig wird es durch Eiweiß. Das Rezept stammt aus Mollys Kitchen und sie schreibt in der Einleitung zum Rezept, dass sie die Bratlinge als Rösti statt als Latkes bezeichnet, damit man die nicht nur zum jüdischen Fest Hanukkah essen kann. Somit sind die Rösti eine ihrer Neuinterpretationen traditoneller jüdischer Gerichte.

Für mich war das Rezept der Start in die Rosenkohlsaison 2017 /18 – Wiedersehen macht gerade beim saisonalen Essen Freude, wenn man sich einige Monate nicht gesehen hat 🙂 Habt ihr mir leckere Rezeptideen mit Rosenkohl? Ich freue mich immer über Vorschläge!

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Zutaten:
4 Eiweiß
1 EL Zitronensaft plus etwas mehr zum Servieren
300g klein geschnittener Rosenkohl
1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
100g Weizen – oder Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer
1 TL Chiliflocken oder Aleppopfeffer
Öl zum Braten

Zum Servieren:
250g griechischer Joghurt
2 EL Dijonsenf
2 EL Honig
1 EL Aceto Balsamico
1 Prise Meersalz

Zubereitung:
Eiweiß und Zitronensaft in einer großen Schüssel schaumig schlagen. Rosenkohl, Zwiebeln und Knoblauch unterziehen. Mehl, 3/4 TL Salz, Pfeffer und Chiliflocken oder Aleppopfeffer unterrühren.
Den Boden einer Pfanne mit einer dünnen Ölschicht bedecken und das Öl erhitzen. Mit einem Eisportionierer (oder einem Esslöffel) etwa ein Achtel der Röstimasse abnehmen (ich hab nur 1 EL genommen). Die Masse flach in die Pfanne drücken. Von beiden Seiten 3-4min goldbraun anbraten. Auf Küchenpapier heben und abtropfen lassen. Mit Salz bestreuen und mit 1 Spritzer Zitronensaft beträufeln.
Zum Servieren alle Zutaten für den Balsamico-Senf-Joghurt miteinander verrühren und zusammen mit den Rosenkohlrösti essen.

Quelle: Molly’s Kitchen

Im Bücherregal: Molly’s Kitchen von Molly Yeh

Einer der Büchertrends der letzten Jahre ist es, Blogger ausgehend von ihrem Blog ein Kochbuch schreiben und veröffentlichen zu lassen. Viele der Blogger kenne ich schon, den ein oder anderen lerne ich aber erst durch das gedruckte Werk kennen – verrückt, ich weiß! Schon fast altmodisch, aber irgendwie auch klar, weil die Fülle an Kochblogs schier unendlich ist. Deswegen war mir der Blog von Molly Yeh auch nicht bekannt bis ich vom Südwest Verlag ihr Buch zugeschickt bekam.

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Die Autorin
Was für ein spannender, beeindruckender Lebensweg! Molly Yeh studierte Percussion an der Juilliard-Musikschule in New York, spielte in zahlreichen Orchestern und entdeckte dort in NYC einerseits ihre Liebe zum Essen und andererseits ihre Liebe zu „Eggboy“, einem Farmerjungen aus North Dakota. Ihren Blog „My name is Yeh“ begann sie schon in New York, aber erst mit ihrem Umzug in den Mittleren Westen auf die Zuckerrübenfarm ihrer Schwiegereltern wurde dieser zum Vollzeitjob. Klar, ausgebildete Percussionisten braucht es in der Gegend nicht so viele 😉 Deswegen heißt ihr Kochbuch auf Englisch auch „Molly on the range“ – im Deutschen wird daraus: „Stadt, Land, Genuss“ um den Wohnort der Autorin anzudeuten.

Der erste Eindruck
Ui, ganz schön viel Text für ein Kochbuch! Und was für süße Zeichnungen! Und hach, das Landleben muss schön sein: viel leckeres Essen, immer gut gelaunte Leute, die Partys unter freiem Himmel feiern und in Küchen arbeiten, die mit einem klaren Farbkonzept ausgestattet sind 🙂 Visuell ist das Buch sehr ansprechend und macht Lust, sofort loszukochen.

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Inhalt
„Molly’s Kitchen“ ist inhaltlich in vier große Kapitel unterteilt:

  • Einleitung: herrlich locker und entspannt schildert Molly ihr Leben ausgehend von ihrer Kindheit in einem Vorort von Chicago über die Station in New York City bis zu ihrem jetzigen Leben auf der Farm. Außerdem gibt sie einige Hinweise zu den Zutaten, beispielsweise welches Mehl und Salz sie verwendet oder dass sie auch Instantbrühe verwendet.
  • Frühstück und Brunch: jedes der Kapitel beginnt mit einigen Seiten Einleitung über ihre Essgewohnheiten in einer bestimmten Lebensphase. Das Frühstückskapitel referiert über ihre kindliche Ernährungsweise bevor dann Rezepte wie Würstchen im Schlafrock am Stiel, Kardamom-Orangen-Kubaneh oder Challa-Waffeln mit Frühstücksrindfleisch vorgestellt werden.
  • Hauptgerichte (und anderes leckeres Zeug): egal ob vegetarische Gerichte wie diverse Pizzen, Makkaroni-Variationen oder ein deftiges Gulasch aus dem Slow Cooker – hier findet jeder was nach seinem Geschmack!
  • Snacks und Partyfood: für solche Gelegenheiten hält Molly beispielsweise „Jerusalem-Bagel Dogs“, eine Art Stockbrot bereit oder veranstaltet an Weihnachten eine Klösschen- und Teigtaschenparty, bei der die ganze Familie um den Tisch sitzt und sich am Füllen beteiligt.
  • Desserts und Kuchen: es wird süß! Von freakigen Kombinationen wie dem Regenbogen – Cookie – Salat über einfache Zucker-Cookies bis zur Funfetti-Torte wird allerlei Süßzeug aus ihrer Küche präsentiert.

Das Buch endet mit der Danksagung und einem ausführlichen Register, das das Finden von Rezepten einfach macht.

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Die Rezepte
Die Rezeptauswahl ist unglaublich breit gefächert: da gibt es uramerikanisches Fastfoodzeug wie beispielsweise Hotdog Cheese (Würstchen und Schmelzkäse in der Mikro erhitzen, Ketchup drüber, fertig!), traditionelles Essen aus dem Nahen Osten (Hummus, Schakschuka-Couscous oder Challa -eine Art Hefekranz) bis zu Neuinterpretationen von jüdischen Gerichten (Babka mit Chili und Käse oder Kaffee-Halwa). Nachgekocht habe ich bisher:

  • Rösti mit Rosenkohl: wird als nächster Beitrag verbloggt, lecker!
  • Vorzeigesalat: eine erstaunlich geringe Menge Blattsalat wird unter Croutons, Bacon, Avocado, Eiern und Parmesan versteckt und mit einem Senf-Honig-Dressing übergossen, sehr lecker, aber ähm, gesund und leicht ist das nicht mehr 🙂
  • Pizzataschen: die Calzone erhalten hier jede Menge Füllung (u.a. Ananas, Speck, Mozzarella, Ricotta und Barbecuesauce) und bieten somit sehr viel Verbrennungspotential. Heiß, aber sooo gut! Mit Ricotta kann man nichts falsch machen!
  • Gulasch aus dem Slow Cooker mit Knödeln: das Gulasch erwartete uns nach einer Wanderung super zart und aromatisch, die Knödel fielen leider beim Kochen auseinander, haben aber trotzdem geschmeckt.
  • Hotdish mit Frühlingsgemüse und Quinoa: Lauch, Frühlingszwiebeln, Erbsen und Spinat vermischen sich mit Ricotta und jeder Menge Käse zu einem leckeren, sehr sättigenden Auflauf.
  • Knusprige Kartoffelspalten mit Feta-Muhammara: soooooo meeeegaaa gut! Geröstete Paprika werden mit Mandeln und Feta zu Muhammara püriert und mit den Kartoffeln gegessen, so einfach, aber boah, so lecker!!!
  • Mums Brownies: gefährlich schnell gemacht; die Zuckermenge hab ich reduziert, dann war es perfekt und fast genau so schnell gegessen wie gebacken.
  • Kokostorte: selbst der weniger Kokos-affine Freund hat anerkennend den Kuchen gegessen. Ohne Buttercreme oben drauf zwar nicht so glamourös, aber sehr alltagstauglich.

Alle Rezepte haben anstandslos funktioniert und uns gut geschmeckt. Bei den Backrezepten gilt es lediglich, die Zuckermenge dem eigenen Geschmack anzupassen. Die Nachkochliste ist allerdings noch längst nicht abgearbeitet. Mir fehlen noch komplett die zahlreichen Teigtaschenvariationen und die Makkaronirezepte und und und… Auch noch nicht nachgemacht habe ich ihre Kuchenrezepte mit Tahini. Dieses Sesammus konnte mich bisher noch nicht so überzeugen, aber vielleicht schmeckt es mir in Kombination mit Schokolade ja besser als im Hummus?! Die Zutaten für die Rezepte sollten in jedem Supermarkt zu bekommen sein. Wer allerdings vermehrt auf die schlanke Linie achten will, der findet in Molly’s Kitchen eher weniger geeignete Rezepte. Für den Cheatday allerdings jede Menge Inspiration 🙂

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Kaufempfehlung?
Ich gebe zu: anfangs war ich skeptisch und dachte mir, dass da zu viele zu amerikanische Fertiggericht drin seien. Aber nein, diese Befürchtung hat sich nicht gehalten und ich bin sehr überzeugt von dem Kochbuch. Es ist ein bisschen verrückt, nicht brav und gesittet, sehr umgangssprachlich und es gibt jede Menge zu lesen. Wem die Art von Deb Perelmanns Smitten Kitchen zusagt, wird sich sicher auch für Molly’s Kitchen begeistern können. Auch wer sich für moderne Neuinterpretationen von klassischen jüdischen Gerichten interessiert, wird sich über dieses Kochbuch freuen. Es sind sehr viele vegetarische Gerichte drin, einige sind sogar laktose- und glutenfrei. Kleiner Bonuspunkt meinerseits: drei Slowcookerrezepte sind enthalten, worüber ich mich besonders freue! Und wenn ich mir anschaue, was ich noch unbedingt alles nachmachen will, wird deutlich, dass ich euch das Buch aus ganzem Herzen empfehlen kann.

Molly Yeh: Molly’s Kitchen. Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen
Südwest Verlag
304 Seiten, gebundene Ausgabe, jede Menge Fotos
ISBN: 978-3-517-09622-3
24,99 €

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.